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Francis Harry Compton Crick

Stand: 14. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Biochemiker

* 8. Juni 1916 in Northampton, UK

† 29. Juli 2004 in San Diego, USA

James Dewey Watson

Biochemiker

* 26. April 1928 in Chicago, USA

Maurice Hugh Frederick Wilkins

Biophysiker

* 15. Dezember 1916 in Neuseeland

† 5. Oktober 2004 in London, UK

Biographie

Sie ist wohl das bekannteste Symbol der Molekularbiologie: Die DNS-Doppelhelix – die Watson-Crick-Spirale. Fast ein Jahrhundert dauerte es, dann war die Aufschlüsselung der Gene gefunden: Im Jahr 1953 formulierten Crick und Watson am Cavendish-Laboratorium in Cambridge (UK) anhand eines räumlichen Modells ihre Hypothese von der DNS-Doppelhelix, der molekularen Struktur der Chromosomen (DNS = Desoxiribonukleinsäure; DNA = Desoxiribonuclein-Acid). Crick und Watson hatten erkannt, dass die DNS als hochmolekulare Polynukleinsäure Träger der genetischen Information ist, und sie konnten den chemischen Mechanismus erklären, womit die Zelle ihre biologische Eigenschaft bei der Zellteilung exakt weitergeben kann. Dadurch war ersichtlich, dass Mutationen auf der molekularen Ebene der DNS auf Änderungen in der Reihenfolge der Nukleinsäure zurückzuführen sind. Man war dem materiellen Träger des Lebens ein Stück näher gekommen. Freilich mussten zur Analyse der komplexen Moleküle noch viele komplizierte Rechnungen durchgeführt werden, was ohne Datenverarbeitung kaum möglich gewesen wäre.

Eine Kollegin Watsons, Rosalind Franklyn, erkannte mittels Röntgenstrukturanalyse, dass die DNS die Struktur einer Doppelhelix hat. Jedoch gab sie die Rotation der DNA falsch herum an, sozusagen spiegelbildlisch. Franklyn verstarb an einem Krebsleiden, bevor man ihr den Nobelpreis verleihen konnte. Ihr Kollege Watson kannte die von ihr ermittelten Daten, korrigierte sie gemeinsam mit Crick und verhalf der DNS-Doppelhelix und sich zu Weltruhm.

Francis Cricks Forschungsgebiete waren die Molekularbiologie und die Genetik. Er hatte in Cambridge (UK) studiert und forschte in San Diego (Kalifornien). James Watsons wissenschaftliche Ausbildung erfolgte in Chicago, Indiana und Kopenhagen; 1950 verfasste er seine Promotionsschrift über Bakteriophagen. Im Mittelpunkt seiner Forschungen stand die Biochemie der DNS. Maurice Wilkins lehrte im Londoner Kings College. Hier hatte er bei seinen biologischen Untersuchungen verfeinerte Strukturanalysen mithilfe von Röntgenstrahlen, Indikatortechnik und chemischen Bindungen benutzt und viele Röntgenbeugungsaufnahmen gemacht – in einer dieser Aufnahmen entdeckten Crick und Watson den Schlüssel zum Aufbau der DNS.

Der Verdienst der drei Wissenschaftler liegt darin, den Mechanismus der völlig identischen Reproduktion des Genmoleküls aufgeklärt zu haben. Sie erhielten im Jahr 1962 für ihre "Entdeckung über die Molekularstruktur der Nukleinsäuren und ihre Bedeutung für die Informationsübertragung innelebender Substanz" den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. In seinem Nobelpreisvortrag sagte Watson rückblickend: "Erstes Anliegen der Biologie war das Wissen um die Replikation der Gene und den Weg, auf welchem diese die Proteinsynthese dirigieren ..."

Die Aufklärung der dreidimensionalen Struktur der DNS durch Crick, Watson und Wilkins war die Krönung der Arbeiten ihrer eigenen aber auch unzähliger anderer Chemiker, Biologen, Bakteriologen. So hatte die Nukleinsäure-Forschung begonnen, als der Baseler Pathologe Johann Friedrich Miescher (1811–1887) im Jahr 1869 die Nukleinsäure als eine Substanzklasse entdeckte. Er war der erste Chemiker, der Nukleinsäure isolierte. In den 1940er Jahren erkannte man in Nukleinsäuren das genetische Material, das sämtliche Erbeigenschaften trägt und das Zellwachstum kontrolliert. Aber erst die Doppelhelix hat in viele der tiefsten Probleme der Biologie Licht gebracht. Um sie entdecken zu können, mussten Crick und Watson aber zuerst alle biologischen Prämissen lösen – und auch darin liegt ihr großer Verdienst.

Quellen:

The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1962. Francis Crick, James Watson, Maurice Wilkins. Online-Informationen von The Official Website of the Nobel Prize: http://nobelprize.org (Abrufdatum: 14.03.2011)

Eckart, W.U.: Ärzte Lexikon. Springer, Heidelberg 2006

Stand: 14. März 2011

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