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Vitamin D

Vitamin-D-Mangel

Stand: 18. Januar 2012Autor: Onmeda-Redaktion

In den Wintermonaten stellt die Haut weniger Vitamin D her, da sie dann weniger UV-Strahlung abbekommt. Zu einem schwerwiegenden Vitamin-D-Mangel mit entsprechenden Mangelerscheinungen kommt es allerdings in Deutschland nur selten.

Manche Menschen haben jedoch grundsätzlich ein höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Zu den möglichen Ursachen hierfür gehören:

So können zum Beispiel bettlägerige Menschen oder ausgesprochene "Stubenhocker", die nur sehr selten im Freien sind, durch den Mangel an Sonnenlicht einen Vitamin-D-Mangel entwickeln. Gleiches gilt für Bewohner sehr sonnenarmer Regionen (vor allem im Winter) und auch für dunkelhäutige Menschen, die in Regionen mit weniger intensiver Sonnenstrahlung leben, denn: Die dunkle Hautfarbe blockiert die UV-Strahlen, sodass dunkelhäutige Menschen mehr Sonnenlicht benötigen als hellhäutige, um die gleiche Menge Vitamin D zu bilden.

Ältere Menschen haben ebenso ein höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Die Ursachen: Im Alter stellt der Körper weniger Vitamin D her; zudem halten sich ältere Menschen seltener in der Sonne auf.

Ein Vitamin-D-Mangel kann auch in der Schwangerschaft entstehen. Und bei Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) liegt nach der Hormonumstellung des Körpers ebenfalls oft ein Mangel an Vitamin D vor.

Darüber hinaus kann ein Vitamin-D-Mangel seine Ursache auch in einer chronischen Erkrankung haben, bei der die Aufnahme von Vitamin D aus der Nahrung oder die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form gestört ist. Beispiele sind Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn), Lebererkrankungen oder Nierenerkrankungen.

Vitamin D beeinflusst die Stabilität der Knochen. Ein Vitamin-D-Mangel hat daher vor allem Auswirkungen auf die Knochengesundheit:

  • Bei Kindern kann der Mangel an Vitamin D zu einer Knochenerkrankung namens Rachitis führen, bei der sich die Knochen verbiegen,
  • bei Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel eine Knochenerweichung (Osteomalazie) mit Skelettverformung und einen Knochenschwund (Osteoporose) verursachen, bei dem sich die Knochen langsam abbauen, sodass sie zunehmend porös sind und leichter brechen.

Wenn Kinder zu wenig Vitamin D bilden oder zu sich nehmen, entwickeln sie eine Rachitis, weil durch den Vitamin-D-Mangel ihr Kalzium-Stoffwechsel aus dem Lot gerät. Die Folgen: Der Knochen setzt Kalzium frei und die in den Knochen eingebaute Menge Kalzium und Phosphat ist zu gering, sodass der Knochen seine Form ändert. Daneben löst der Vitamin-D-Mangel weitere Symptome aus: Die betroffenen Kinder haben eine schwache Muskulatur und schlechte Zahnbildung; auch die Abwehrfunktion ist durch den Vitamin-D-Mangel vermindert.

Rachitis war während der industriellen Revolution eine sehr häufige Krankheit. Kinder, die in den englischen Bergwerken arbeiten mussten und kaum ans Tageslicht kamen, hatten häufig einen starken Vitamin-D-Mangel. Daher erhielt die Rachitis in dieser Zeit den Beinamen "Englische Krankheit".

Auch heute noch treten in Deutschland schätzungsweise 400 Fälle von Vitamin-D-Mangel-Rachitis bei Kindern auf. Vermehrt betroffen sind farbige Immigrantenkinder, die keine in Deutschland übliche Vitamin-D-Prophylaxe erhalten haben und in unseren Breitengraden durch ihre dunkle Haut nicht genug UV-Strahlung aufnehmen können.

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