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Forenexpertin: Dr. Sabine Ellinger
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Stand: 5. Juni 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Vitamin A (Retinol) kann auch überdosiert werden. Da ein Zuviel nicht wie bei den wasserlöslichen Vitaminen einfach ausgeschieden wird, ist hier Vorsicht geboten. Hohe Dosen sind deshalb rezeptpflichtig.
Eine langfristige Überdosierung mit Vitamin A, auch chronische Hypervitaminose genannt, entsteht bei längerer Einnahme von mehr als 30 mg am Tag und äußert sich zu Beginn durch Müdigkeit, trockene, raue Haut, aufgeplatzte Lippen, dünnes Haar oder Haarausfall und Knochenschmerzen. Auch Juckreiz und Muskelschmerzen können auftreten. Später können Gelenkschmerzen, Leberstörungen und beschleunigter Knochenabbau hinzukommen.
Bei einer kurzfristigen Überdosierung (akute Hypervitaminose) wird innerhalb kurzer Zeit eine große Menge Vitamin A (mehr als 200 mg Retinol pro Tag bei Erwachsenen) aufgenommen. Dies war zum Beispiel bei Polarforschern der Fall, die sehr Vitamin-A-reiche Eisbärenleber gegessen haben. Betroffene klagen über Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Wird die Vitamin-A-Zufuhr gestoppt, bilden sich die Beschwerden wieder zurück.
Auch bei Aufnahme von zu viel Lebertran konnten unter anderem Schädigungen der Hornhaut beobachtet werden. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass eine hohe Vitamin-A-Zufuhr die Knochendichte verringern kann. Eine Überdosierung von Vitamin A in der Schwangerschaft kann zu Missbildungen des Kinds führen. Daher sollten Schwangere nicht mehr als 10.000 Internationale Einheiten (das entspricht etwa 3 mg) Retinol pro Tag aufnehmen.
Eine Überdosierung kann jedoch nur bei Aufnahme des aktiven Vitamin A beispielsweise durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln entstehen. Provitamin A (Betacarotin) darf in beliebiger Menge aufgenommen werden. Eine Umwandlung dieser Vorstufen in Vitamin A wird dem Bedarf angepasst. Ein Zuviel an Carotin wird vor allem in der Haut abgelagert und färbt diese dann gelblich-orange.
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