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Folsäure (Folat)

Folsäuremangel

Stand: 19. Juni 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Ein Folsäuremangel ist in den Industrieländern weit verbreitet. Er macht sich zunächst mit Symptomen wie Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressiver Verstimmung bemerkbar. Da Folsäure hauptsächlich für die Bildung von Schleimhäuten und Blutkörperchen verantwortlich ist, zeigen sich hier die ersten typischen Symptome: Verletzungen der Schleimhäute und Wunden heilen langsamer. Dies äußert sich allerdings erst nach mehreren Wochen.

Folsäure senkt die Konzentration eines Eiweißbausteins namens Homocystein im Blut. Bei Folsäuremangel entfällt dieser Einfluss und die Homocysteinkonzentration steigt an. Dies begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) oder das Auftreten eines Schlaganfalls.

Bei ungeborenen Kindern kann Folsäuremangel zu Missbildungen wie dem so genannten offenen Rücken (Spina bifida) führen. Schwangere sollten aus diesem Grund zusätzlich zu einer gesunden Ernährung Folsäure in Tablettenform einnehmen. Auch Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht sicher verhüten und möglicherweise schwanger werden könnten, sollten vorsorglich Folsäure einnehmen. Mittlerweile wird die Gabe von Folsäure zur Prophylaxe von Schlaganfällen und Herzinfarkten empfohlen.

Risikogruppen für einen Folsäuremangel sind:

Die Therapie eines Folsäuremangels setzt an zwei Punkten an: Einerseits sollte die Ursache beseitigt werden (etwa chronischer Alkoholkonsum oder eine ungesunde Ernährungsweise) – andererseits sollten Menschen mit Folsäuremangel folsäurehaltige Arzneimittel einnehmen.

Bei der Behandlung von Tumoren wird in manchen Fällen mit Medikamenten ein künstlicher Folsäuremangel hervorgerufen, um das Gewebe des Tumors zu schädigen. Der Tumor ist anfälliger für den Folsäuremangel, da seine Zellen schneller wachsen als das übrige Gewebe. Dadurch wird er stärker geschädigt. Die Medikamente heißen Folsäureantagonisten (z.B. Methotrexat).

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