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Forenexpertin: Dr. Sabine Ellinger
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Stand: 28. Mai 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Es ist nicht anzunehmen, dass durch die Aufnahme besonders chromhaltiger Nahrungsmittel Vergiftungserscheinungen auftreten können.
Zu Chromvergiftungen kommt es vor allem bei Personen, die beruflich häufig Kontakt zu sechswertigen Chromverbindungen haben. Diese Verbindungen sind für den Menschen als giftig einzustufen. Auch durch das Einatmen von Chromstaub kann eine Chromvergiftung entstehen. Zu der Berufsgruppe gehören Personen, die in Gerbereien, Färbereien oder in der Galvanik arbeiten.
Sechswertiges Chrom ist zum Beispiel in Zement enthalten und kann bei entsprechend exponierten Personen Allergien, Vergiftungserscheinungen oder Krebs auslösen. Ferner sind sechswertige Chromverbindungen in Holzschutzmitteln und Insektenvernichtungsmitteln zu finden. Häufig sind auch die druckimprägnierten Hölzer im Garten mit Chromsalzen (Chromaten) belastet.
Eine akute Chromvergiftung kann entstehen, wenn Chromstäube mehrere Stunden lang eingeatmet werden. In der Folge kommt es zu Nasenbluten, wässrigem Nasensekret, Bronchitis, Veränderungen der Lunge (Pneumokoniose) und Asthma. Wurden sechswertige Chromsalze (Chromate) oral aufgenommen, kommt es durch die stark ätzende Wirkung der Chromverbindungen zu heftigen Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen, starken Schmerzen und Durchfall. Diese Beschwerden können zum Schock und schlimmstenfalls zum Tod führen. Zudem können sich Veränderungen im Blutbild sowie Nieren- und Leberschäden entwickeln.
Eine chronische Chromvergiftung kann zu einer Bindehautentzündung des Auges sowie zu Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüren führen. Bei entsprechend exponierten Personen, zum Beispiel Bauarbeitern, die mit chromhaltigem Zement arbeiten, können sich Allergien (Zementallergie) und Kontaktekzeme entwickeln. Aufgrund der krebserregenden Wirkung von Chromverbindungen treten bei Personen, die beruflich Chrom ausgesetzt sind, vermehrt Krebserkrankungen wie etwa das Bronchialkarzinom auf.
Die Therapie der akuten Chromvergiftung unterscheidet sich, je nachdem ob es zu Hautkontakten mit sechswertigen Chromverbindungen gekommen ist oder ob die Chromate oral aufgenommen wurde. Ist es zu einem Hautkontakt mit Chromsalzen gekommen, sollte der betroffene Hautbereich sofort mit Wasser abgespült und eine entsprechende Lösung (CaNa2-EDTA-Lösung in Polyglykol) aufgetragen werden.
Wurde die Chromverbindung oral eingenommen, sollte zuerst ein Erbrechen ausgelöst und anschließend viel Wasser getrunken werden, um die Chromkonzentration im Magen zu verdünnen. Durch die Einnahme von Vitamin C (Ascorbinsäure) kann sechswertiges Chrom zu dreiwertigem Chrom reduziert werden, welches der Körper weniger gut aufnehmen (resorbieren) kann und dadurch weniger giftig ist. Als Gegengift (Antidot) wird DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure) empfohlen. Aktivkohle sollte nicht eingenommen werden. Ferner muss der Elektrolyt- und Wasserverlust bei Erbrechen ausgeglichen und ein eventuell eintretender Schock behandelt werden.
Die Therapie der chronischen Chromvergiftung richtet sich nach den Symptomen. Außerdem sollte der Kontakt zu giftigen Chromverbindungen unterbunden werden.
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