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Stand: 24. Juni 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Kohlenhydrate (Saccharide, Zucker) dienen dem Körper vor allem als Energiequelle und Energiereserve sowie als Gerüstsubstanz:
Für den menschlichen Körper sind Kohlenhydrate vor allem Energielieferanten. Fast alle Körperzellen nutzen Kohlenhydrate als Energiequelle. Besonders das Gehirn deckt mit Kohlenhydrat seinen Energiebedarf. Die Zuckerform, die zur Energiegewinnung gebraucht wird, ist Traubenzucker (Glukose). Glukose ist für den Körper in etwa das, was Benzin für ein Auto ist. Sie ist die wichtigste Energiequelle und der Körper braucht Glukose, um Energie herstellen zu können.
Die mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydratmoleküle müssen folglich erst durch die Verdauung in Glukose um- beziehungsweise abgebaut werden. Dies geschieht mit Hilfe verschiedener Enzyme im Magen-Darm-Trakt. Zweifachzucker wie der Haushaltzucker (Saccharose) kann der Körper sehr schnell in Glukose umwandeln, weil sie nur aus zwei Molekülen bestehen. Sie stehen dem Körper also rasch als Energiequelle zur Verfügung und sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt. Mehrfachzucker (Polysaccharide) wie die Stärke bestehen aus mindestens zehn Kohlenhydratmolekülen. Dementsprechend benötigt der Körper mehr Zeit zum Umbau in Glukose und der Blutzuckerspiegel steigt langsamer.
Nach diesem Prozess wird Glukose über das Blut in die Zellen transportiert. Dort wird sie mit Hilfe von Sauerstoff "verbrannt". Diesen Vorgang nennt man Glykolyse. Bei der Glykolyse entsteht Energie, und zwar aus 1 Gramm Kohlenhydrate 4,1 Kilokalorien (kcal) beziehungsweise 17 Kilojoule (kJ).
Brauchen die Zellen die zur Verfügung stehende Glukose nicht, wandeln Muskeln und Leber diese in den Mehrfachzucker Glykogen um. Glykogen ist die Speicherform der Glukose. Glykogen wird bei Energiebedarf, welcher nicht durch Nahrung gedeckt wird, wieder in Glukose umgewandelt. Diesen Vorgang nennt man Glukoneogenese. Sind die Glykogenspeicher vollständig aufgefüllt, werden überschüssige Kohlenhydrate in Fett umgewandelt und im Fettgewebe gespeichert. Als Folge kann Übergewicht (Adipositas) entstehen, wenn dem Körper dauerhaft zu viele Kohlenhydrate zugeführt werden.
Eine andere Funktion nehmen die Ballaststoffe ein. Sie sind im Prinzip unverdaulich und spielen bei der Energiegewinnung eine unbedeutende Rolle. Wichtiger ist das Aufquellen der Ballaststoffe bei der Verdauung im Darm. Dadurch wird die Darmbewegung (Peristaltik) angeregt und damit der Transport des Darminhalts gefördert.
Neben der besonderen Bedeutung als Energieträger und Energiespeicher erfüllen Kohlenhydrate bei weiteren Prozessen wichtige Funktionen: Sie sind Bestandteil verschiedener Substanzen wie der so genannten extrazellulären Matrix. Diese füllt den Raum zwischen den Körperzellen aus und kommt in großen Mengen in Knochen, Knorpel und Bindegewebe vor. Weiterhin sind Kohlenhydrate beteiligt bei der Regulierung des Wasser- und Elektrolythaushalts und bei Fettstoffwechselprozessen.
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