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Cholesterin

Stand: 22. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Was ist Cholesterin?

Denk an dein Cholesterin und lass das Ei heut' weg! Ein Ausspruch, den manch einer vom Frühstückstisch kennt. Denn dort genießt Cholesterin keinen sonderlich guten Ruf. Zu Recht? Auf diese Frage gibt es noch keine eindeutige Antwort: Fachleute streiten darüber, bei wem und in welchem Maße cholesterinreiche Lebensmittel den Cholesterinspiegel tatsächlich erhöhen und somit langfristig ein Risiko für die Gefäße darstellen.

Etwa jeder dritte Deutsche im Alter zwischen 18 und 79 Jahren hat zu viel Cholesterin im Blut – der Cholesterinspiegel ist erhöht. Ein zu hohes Cholesterin stellt einen Risikofaktor für Erkrankungen der Gefäße dar. Mögliche Folgen einer sich entwickelnden Arterienverkalkung sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Vor allem in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen und hohem Blutdruck schadet ein hohes Cholesterin den Arterien.

Nur tierische Lebensmittel enthalten Cholesterin – und das in sehr unterschiedlicher Menge. Besonders cholesterinreich sind Hühnereier (ca. 250 Milligramm Cholesterin pro Stück, enthalten im Eigelb), Innereien (z.B. Rinderleber, auch Leberwurst), Aal, Butter und Schmalz. Anwohner der westlichen Industrieländer nehmen pro Tag pro Person etwa 300 bis 500 Milligramm Cholesterin mit der Nahrung auf.

Doch Cholesterin gelangt nicht nur über Essen und Trinken in den Körper. Er produziert es auch selbst, vor allem in der Leber, aber auch im Darm. Die auch als Cholesterol bezeichnete fettähnliche Substanz ist unverzichtbar für den Körper.

  • Jede Zelle enthält Cholesterin, z.B. in der Zellwand.
  • Zudem dient Cholesterin als Ausgangssubstanz für Hormone, Gallensäuren und Vitamin D.

Laut Empfehlung sollte man nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag zuführen, wenn der Cholesterinwert erhöht ist. Der Körper stellt täglich etwa die doppelte Menge (600 Milligramm) her – der Wert schwankt jedoch stark. Dabei spielen neben der Ernährung auch Faktoren wie Stress (erhöht das Cholesterin) eine Rolle. Um auf die Eier zurückzukommen: Allgemein wird Personen mit zu hohem Cholesterinspiegel empfohlen, nicht mehr als zwei bis drei Eier pro Woche zu essen.

Der Körper versucht, die Cholesterinwerte möglichst konstant zu halten:

  • Wer viel Cholesterin mit der Nahrung aufnimmt, produziert selbst weniger (die Leber drosselt die Produktion).
  • Enthält hingegen die Nahrung sehr wenig Cholesterin, produziert die Leber selbst mehr davon.

Inwiefern das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin den Cholesterinwert tatsächlich beeinflusst, ist nicht abschließend geklärt. Es liegen zum Teil widersprüchliche Ergebnisse aus Studien vor. Als sicher gilt, dass eine ungünstige, fettreiche Ernährung den Cholesterinspiegel erhöht – vor allem, wenn eine erbliche Veranlagung besteht.Der Cholesterinwert hängt stark von der Menge an Fett ab, die ein Mensch insgesamt zu sich nimmt. Vor allem fallen die gesättigten Fettsäuren ins Gewicht.

Zu viele gesättigte Fettsäuren und Cholesterin in der Nahrung lassen den Cholesterinspiegel im Blut steigen.

Trotz der teils unklaren Situation gibt es eindeutige Empfehlungen, wie hoch der Cholesterinspiegel sein sollte. Der Cholesterinwert gesunder Erwachsener sollte unter 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) liegen – gemessen im Blutserum. Dieser Wert setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die beiden wichtigsten Vertreter sind das HDL-Cholesterin und das LDL-Cholesterin:

HDL-Cholesterin gilt als "gutes" Cholesterin – LDL-Cholesterin gilt als "schlechtes" oder "böses" Cholesterin.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann seine Ursache in einer erblich bedingten Störung des Fettstoffwechsels haben (familiäre Hypercholesterinämie). Wesentlich häufiger ist aber die nicht-familiäre Hypercholesterinämie, bei der mehrere genetische Faktoren zusammen kommen, die die Werte nach oben treiben.

cholesterol - formel
chemische Struktur von Cholesterin
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