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Stand: 22. November 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Eine Virusvermehrung (Virusreproduktion) ist nur möglich, wenn Viren passende Wirtszellen finden und in diese eindringen können. Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel und bedienen sich deshalb für die Vermehrung am Stoffwechsel der Wirtszelle. Zu diesem Zweck übernehmen Viren nach dem Eindringen in die Zelle die Kontrolle und veranlassen die Wirtszelle, alles Nötige für eine Vervielfältigung der Viren herzustellen. Die Virusvermehrung lässt sich dabei in folgende Phasen einteilen:
Um eine Zelle zu infizieren und mit der Virusvermehrung zu beginnen, müssen Viren sich als Erstes an die Zelloberfläche anheften. Für dieses Andockmanöver benötigen sie besondere Strukturen auf der Virusoberfläche, die ihr Gegenstück auf der Hülle der Wirtszelle finden (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Dies funktioniert jedoch nicht bei jeder Zelle beziehungsweise jedem Zelltyp: Unterschiedliche, aber charakteristische Oberflächenstrukturen auf der Wirtszelle bewirken, dass nur bestimmte Viren an bestimmte Zelltypen binden. Aus diesem Grunde infizieren manche Viren nur die Zellen der Atemwege, während andere zu Darminfektionen führen.
Nach dem Andocken der Viren an die Zelloberfläche muss als Nächstes das Viruserbgut in die Zelle eingeschleust werden. Dies ist auf verschiedenen Wegen möglich:
Verschiedene Zellmaschinerien, die normalerweise das Erbgut der Wirtszelle ablesen, haben nun auch Zugriff auf das Viruserbgut – eine Voraussetzung für die Virusvermehrung.
Auf dem Viruserbgut (DNA oder RNA) liegen in codierter Form die Baupläne für die verschiedenen Einzelteile des Virus. Dank der zelleigenen Maschinerie zum Ablesen und Vervielfältigen des Erbguts sowie zur Herstellung von Proteinen, beginnt die Zelle nun mit der Virusvermehrung und stellt Viruserbgut und Virusproteine her. Auf diese Weise produziert die Zelle alle einzelnen Bestandteile eines Virus in großer Zahl. Die einzelnen Virusbestandteile sind in der Lage, sich von selbst zu einem kompletten Virus zusammenzulagern.
Die Zahl der Viren, die eine einzelne Zelle herstellt, schwankt dabei je nach Virus-Art. So produziert eine Polio-infizierte Zelle zum Beispiel circa 1.000 neue Viren pro Zelle. Zum Vergleich bildet eine Herpes-infizierte Zelle (z.B. bei Lippenherpes) dagegen nur 50 bis 100 Viren pro Zelle.
Die Freisetzung der Viren aus der Zelle – der Abschluss der erfolgreichen Virusvermehrung –kann über verschiedene Mechanismen erfolgen:
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