Startseite > Lexika > Lexikon der Krankheitserreger > Viren – eine Einführung
Stand: 7. Dezember 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Viren sind Parasiten, die Wirtszellen benötigen, um sich zu vermehren. Außerhalb der Wirtszelle ist dies nicht möglich. Sie sind extrem einfach aufgebaute Komplexe aus Erbmaterial (Nukleinsäuren) und Eiweißen (Proteinen), manchmal auch aus Lipiden.
Viren sind sehr klein: Die Größe eines Virus-Partikels liegt zwischen 22 und 330 Nanometern. Ein Nanometer entspricht dabei einem Millionstel Millimeter. Damit sind Viren deutlich kleiner als Bakterien, die durchschnittlich zwischen 0,2 und 2 Mikrometer groß sind (das entspricht 0,0002 bis 0,002 Millimeter).
Viren besitzen Erbmaterial entweder in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure, DNA-Viren) oder RNA (Ribonukleinsäure (RNA-Viren). Das Erbmaterial enthält den Bauplan für das Virus-Partikel, das als Virion bezeichnet wird, wenn es vollständig aufgebaut ist.
Im Gegensatz zu Bakterien besitzen Viren keine eigenen Zellorganellen und auch keinen eigenen Stoffwechsel. Sie können Eiweiße also nicht selbst herstellen. Die Enzyme zur Energiegewinnung, über die jede Zelle verfügt, fehlen ihnen und sie können sich nicht alleine fortpflanzen.
Um sich zu vermehren, brauchen Viren andere Zellen. Dazu docken Viren an passende Wirtszellen an und dringen in sie ein. Viren können die Maschinerie der Wirtszelle ausnutzen und die Zelle so umprogrammieren, dass sie beginnt, die einzelnen Virusbestandteile anhand des mitgelieferten Bauplans (der sich im Erbgut des Virus befindet) herzustellen. Die Einzelteile des Virus lagern sich schließlich von selbst zum kompletten Virus zusammen. Die fertigen Virione werden dann aus der Zelle ausgeschleust. Manche Zellen gehen dabei zugrunde. Die neuen Viren können nun beginnen, weitere Zellen zu infizieren.
Wie viele Viren eine einzelne Zelle herstellt, variiert je nach Virus-Art. So bildet eine mit dem Polio-Virus infizierte Zelle beispielsweise etwa 1.000 neue Viren pro Zelle. Eine mit Herpes-Viren infizierte Zelle (z.B. bei Lippenherpes) bildet dagegen nur 50 bis 100 Viren pro Zelle.
Viren sind in der Regel wirtsspezifisch, das heißt, ein bestimmtes Virus infiziert normalerweise nur bestimmte Organismen. Auch Bakterien oder Pflanzen können von Viren befallen werden. Abhängig vom Wirtsorganismus spricht man deshalb bei Viren,
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