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DNA-Viren

Alphaherpesviren (Alphaherpesvirinae)

Stand: 14. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Aus der Unterfamilie der Alphaherpesviren (Alphaherpesvirinae) führen beim Menschen vor allem Viren der Gattungen Simplexvirus und Varicellavirus zu Erkrankungen.

Das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV 1) ist der Erreger des Lippenherpes (Herpes labialis). Man geht davon aus, dass weltweit bis zu 90 Prozent der Bevölkerung bereits seit ihrer Kindheit mit HSV 1 infiziert sind. Die erste Infektion verläuft häufig ohne Symptome und bleibt deswegen meist unbemerkt. Später kommt es nur bei rund 30 Prozent der Infizierten regelmäßig zu neuen Ausbrüchen von Lippenherpes mit den typischen Lippenbläschen.

Das Herpes-simplex-Virus Typ 1 kann durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion übertragen werden. Der Erreger infiziert zunächst Haut- und Schleimhauttzellen im Mundbereich. Von dort gelangt das Virus in die für diesen Hautbereich zuständigen Nervenzellen und schließlich in die zugehörigen Nervenknoten (Ganglien). Dort verbleiben sie lebenslang – auch nach einer überstandenen Erkrankung – und gehen in einen passiven Zustand über. Verschiedene Faktoren können das Herpes-simplex-Virus 1 reaktivieren und zu einem erneuten Krankheitsausbruch führen, so zum Beispiel:

Das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV 2) ist der Erreger des Genitalherpes (Herpes genitalis). Das Virus wird hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen. Man schätzt, dass in Mitteleuropa etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit HSV 2 infiziert sind. Das Virus dringt über die Schleimhautzellen des Genitalbereichs in den Körper ein und verbleibt dann ebenfalls lebenslang in den zugehörigen Nervenknoten. Es kann durch dieselben Faktoren wie HSV 1 wieder aktiviert werden und zu einem Krankheitsausbruch führen.

Das Varicella-Zoster-Virus – der Erreger der Windpocken und der Gürtelrose (Zoster) – ist weltweit verbreitet. Das hochansteckende Virus wird sowohl durch den direkten Kontakt mit dem Inhalt der infektiösen Hautbläschen übertragen als auch durch die Luft per Tröpfcheninfektion. Man schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Bevölkerung mit dem Varicella-Zoster-Virus infiziert sind.

Wie bei HSV 1 und 2 verbleibt das Virus nach der ersten Infektion lebenslang im Körper und kann danach erneut zu Beschwerden führen. Die Erstinfektion äußert sich in der Regel in Form von Windpocken. Jahre später kann es zu Rückfällen kommen, die sich bei Erwachsenen meist in Form einer Gürtelrose (Zoster) äußern.

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