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Trypanosoma brucei gambiense, Trypanosoma brucei rhodesiense

Autor: Onmeda-Redaktion

Von Trypanosoma brucei existieren zwei äußerlich nicht zu unterscheidende Unterarten. Beide kommen im tropischen Afrika vor.

Die Unterart Trypanosoma brucei gambiense ist Erreger der west- und zentralafrikanischen Schlafkrankheit, während die Unterart Trypanosoma brucei rhodesiense die ostafrikanische Schlafkrankheit auslöst. Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Tsetsefliege. Der Entwicklungszyklus und die Teilung der epimastigoiden Form spielt sich in der Fliege ab. Die trypomastigoide Form reichert sich in den Speicheldrüsen der Fliege an und gelangt durch den Stich in die Blutbahn und die Lymphbahnen des Menschen.

Erkrankung

afrikanische Tryponosomiasis, Schlafkrankheit

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara, West- und Zentralafrika (Trypanosoma gambiense), Ostafrika (Trypanosoma rhodesiense)

Klinik

Trypanosoma brucei gambiense bzw. Trypanosoma brucei rhodesiense vermehren sich zunächst am Ort des Einstichs. Es bildet sich eine typische Schwellung heraus. Diese wird auch als Trypanosomenschanker bezeichnet. Nach etwa 14 Tagen gelangen die Trypanosmen in die Blut- und Lymphbahnen. Dieses Stadium geht mit Lymphknotenschwellungen und Fieber einher. Als schwere Komplikation gefürchtet ist der Einbruch der Erreger in das zentrale Nervensystem. Die Erreger der Unterart Trypanosoma brucei gambiense können die Bluthirnschranke jedoch frühestens nach einjähriger Erkrankungsdauer überwinden. Die aggressivere Unterart Trypanosoma brucei rhodesiense benötigt im Gegensatz dazu jedoch nur wenige Wochen.

Diagnose

Die Diagnose Trypanosoma brucei gambiense bzw. Trypanosoma brucei rhodesiense im Blutausstrich im Stadium der Generalisation ist wegen der geringen Erregerdichte schwierig. In der frischen Punktatflüssigkeit des Schankers oder vergrößerter Lymphknoten lassen sich die beweglichen Parasiten leichter nachweisen. Es stehen außerdem serologische Verfahren zur Diagnostik zur Verfügung.

Therapie

Die Chemotherapie erfolgt mit Suramin. Beim Befall des zentralen Nervensystems muss das mit mehr Nebenwirkungen behaftete Melarsoprol eingesetzt werden. Melarsprol kann im Gegensatz zu Suramin die Bluthirnschranke überwinden.

Prognose

Bei ZNS-Befall endet die Erkrankung unbehandelt immer mit dem Tode des Patienten.

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