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Toxoplasma gondii

Lebenszyklus

Stand: 18. Juni 2007Autor: Onmeda-Redaktion

Toxoplasma gondii ist ein zum Teil intrazellulär lebender Parasit, der Säugetiere, Vögel und Menschen befällt. Unter den Säugetieren nimmt die Katze eine besondere Stellung ein, da sie der Endwirt von Toxoplasma gondii ist.

Der Mensch nimmt Toxoplasma gondii mit der Nahrung durch infiziertes, rohes Fleisch in Form von Zysten auf oder durch den Kontakt mit infizierten Katzen in Form von Oozysten. Der Erreger gelangt oral in den Körper des Menschen. Die Zysten oder Oozysten überstehen die Magenpassage und durchdringen im weiteren Weg durch den Verdauungstrakt schließlich die Darmwand. Von dort aus können sie sich über die Blut- und Lymphbahnen in andere Körperorgane und -gewebe ausbreiten und sich in deren Zellen ansiedeln. Das passiert bevorzugt in den Muskeln, im zentralen Nervensystem (ZNS) und im so genannten mononukleär-phagozytären System (MPS). Unter dem MPS fasst man bestimmte Zellen des Immunsystems zusammen, z.B. die Makrophagen.

Nach der Ansiedlung vermehrt sich Toxoplasma gondii durch ungeschlechtliche Zweiteilung und es entstehen die Tachyzoiten. Das Immunsystem des Wirtskörpers wehrt sich gegen den parasitären Eindringling, woraufhin sich zum Schutz des Erregers Zysten bilden, die man vor allem im Gehirn, in der Skelett- und in der Herzmuskulatur, aber auch in der Netzhaut des Auges (Retina), in der Uteruswand und in anderen Organen findet. Diese Zysten enthalten Tausende von Einzelparasiten und überdauern lebenslang in den Körpergeweben.

Nur beim Endwirt, den Katzen und verwandten Tieren (Feliden), kann es im Darm zu einer geschlechtlichen Vermehrung von Toxoplasma gondii kommen. Durch diesen Vorgang entstehen die Oozysten, die mit dem Katzenkot in die Umwelt gelangen. Außerhalb des Katzenkörpers entwickeln sich in einer Oozyste innerhalb von zwei bis vier Tagen zwei Sporozysten, die ihrerseits vier Sporozoiten enthalten. Diese Formen bleiben unter Umständen monatelang infektiös, in feuchter Umgebung sogar bis zu fünf Jahre.

Der Mensch ist für Toxoplasma gondii nur ein Zwischenwirt, in dem sich der Erreger nicht geschlechtlich vermehren kann.

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