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Stand: 16. September 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Die Bakterienart Staphylococcus aureus ist weit verbreitet. Bei vielen Menschen siedeln die Bakterien als Teil der normalen Bakterienflora auf Haut und Schleimhäuten, ohne bei ihnen zu Erkrankungen zu führen: Etwa 20 bis 50 Prozent aller gesunden Erwachsenen tragen Staphylococcus aureus ständig oder vorübergehend mit sich.
Staphylococcus aureus siedelt sich vor allem auf den Schleimhäuten des vorderen Nasenbereichs an sowie im Bereich der Achseln, der Scheide (Vagina) und dem Damm (Bereich zwischen Anus und Geschlechtsorganen). Von hier aus können die Bakterien (meist von den Betroffenen selbst) auf angrenzende Hautbereiche weiterverbreitet werden.
Haut und Schleimhäute bilden normalerweise eine natürliche Barriere für Staphylococcus aureus. Wird diese Barriere überwunden, können Erkrankungen die Folge sein. Bestimmte Faktoren können eine Infektion mit Staphylococcus aureus begünstigen, so zum Beispiel:
Folgen einer Infektion mit Staphylococcus aureus können unter anderem sein:
Zu einer Staphylococcus-aureus-Infektion kommt es meist durch Bakterien, die bereits auf der Haut siedeln. Ursache kann jedoch auch eine Übertragung der Bakterien (Schmierinfektion) durch andere sein: Vor allem im Krankenhaus entstehen immer wieder Infektionen, weil Staphylococcus aureus durch Ärzte und Pflegepersonal unbemerkt auf den (meist abwehrgeschwächten oder verletzten) Patienten übertragen wird. Die Bakterienart zählt deshalb auch zu den "Krankenhauskeimen", also Erregern von im Krankenhaus erworbenen Infektionen (nosokomiale Infektionen).
Bakterien der Art Staphylococcus aureus sind klein, kugelig oder oval und häufig in Trauben angeordnet. Sie sind unbeweglich und bilden keine Sporen (Dauerformen). Die Bakterien besitzen verschiedene Eigenschaften, die es dem Immunsystem erschweren, den Erreger zu bekämpfen. Zudem sind die meisten Staphylococcus-aureus-Stämme natürlicherweise resistent gegen Antibiotika aus der Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika, wie zum Beispiel Penicillin, was eine Therapie nicht immer leicht macht.
Staphylococcus aureus kann zudem auch bei ungünstigen Umweltbedingungen lange Zeit überleben. So sterben die Bakterien zum Beispiel erst bei Temperaturen über 60 Grad Celsius. Der Erreger ist zudem sehr säureresistent und übersteht auch eine Passage durch den Magen unbeschadet. In trockener Umgebung kann Staphylococcus aureus monatelang überleben. Diese Fähigkeit, auch bei widrigen Umständen lange überleben zu können, trägt zu seiner Verbreitung in Krankenhäusern bei.
Staphylococcus aureus haftet sehr gut an allen Plastikmaterialien und Edelstahllegierungen. Aus diesem Grund sind beim Einsatz von Kathetern, Shunts, aber auch bei Gelenkersatz und Stabilisierungsmaßnahmen im Krankenhaus entsprechende Hygienemaßnahmen sehr wichtig.
Ein besonderes Risiko in Krankenhäusern ist eine spezieller Stamm von Staphylococcus aureus, nämlich MRSA (methicillin- oder multiresistenter Staphylococcus aureus). Dieser Bakterienstamm hat gegen zahlreiche Antibiotika Resistenzen erworben und kann für abwehrgeschwächte Patienten in Krankenhäusern oder Altenheimen ein Gesundheitsrisiko werden. Für das Personal in solchen Einrichtungen ist es deshalb das oberstes Gebot, alle erforderlichen Hygienemaßnahmen einzuhalten.
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