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Stand: 24. September 2008Autor: Onmeda-Redaktion
Rotaviren gehören zur Familie der Reoviren und besitzen wie alle Viren dieser Familie kein Erbmaterial aus DNA, sondern aus RNA (RNA-Viren). Sie besitzen vor allem als Erreger von Durchfallerkrankungen (Gastroenteritis) bei Kindern bis drei Jahren Bedeutung. Rotaviren führen häufig zu nosokomialen, also im Krankenhaus erworbenen, Infektionen auf Säuglingsstationen, wo diese epidemisch auftreten können.
Vor allem in Ländern mit schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen führen Rotavirus-Infektionen zu einer erhöhten Kindersterblichkeit, da mit der Durchfallerkrankung durch den hohen Wasserverlust eine lebensbedrohliche Austrocknung des Körpers einhergehen kann. In Afrika, Asien und Lateinamerika kommt es Schätzungen zufolge pro Jahr zu mehr als einer Million Rotavirus-Infektionen bei Kindern – etwa 600.000 davon nehmen einen tödlichen Verlauf. Bei Erwachsenen und Kindern ab drei Jahren entstehen dagegen selten Erkrankungen durch Rotaviren, die dann zum Beispiel in Form von Reisediarrhö auftreten können.
Rotaviren kommen weltweit vor und werden vor allem über fäkal-orale Schmierinfektionen sowie auch über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Eine Ansteckung durch Tröpfcheninfektion ist nicht auszuschließen. Die Ansteckungsgefahr ist bei diesen Viren sehr hoch – über den Stuhl scheiden Erkrankte sehr große Viruszahlen von mehr als eine Milliarde Viren pro Gramm Stuhl aus – bereits zehn Viruspartikel reichen für eine Infektion bei einem Kind aus.
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