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Stand: 8. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Er tritt hierzulande nur selten auf – Gasbrand, eine schwere Wundinfektion, die durch bestimmte Bakterien aus der Gattung Clostridium entsteht. Die Namen der Übeltäter: Clostridium perfringens, Clostridium novyi, Clostridium septicum und Clostridium histolyticum. Darüber hinaus können einige dieser Bakterienarten zu weiteren Erkrankungen führen, so zum Beispiel zu einer Lebensmittelvergiftung.
Die Bakterienarten Clostridium perfringens, Clostridium novyi, Clostridium septicum und Clostridium hystoliticum kommen überall in der Umwelt vor, insbesondere im Erdboden, aber auch im Staub oder im Wasser. Über Verunreinigungen können sie zudem in Nahrungsmittel gelangen. Die Bakterien dieser vier Clostridium-Arten produzieren zahlreiche Giftstoffe (Toxine), die zu Gewebeschäden im menschlichen Körper führen können. Sie sind außerdem, mit Ausnahme von Clostridium perfringens, rundum mit Geißeln besetzt, die der Fortbewegung dienen. Das Bakterium Clostridium perfringens ist zudem im Darm von Mensch und Tier zu finden.
Bakterien der Gattung Clostridium (Familie der Clostridiaceae) sind anaerob, das heißt, sie wachsen nur dort, wo kein Sauerstoff vorhanden ist. Es gibt etwa 100 verschiedene Clostridien-Arten. Sind die Lebensumstände ungünstig, können die stäbchenförmigen Bakterien widerstandsfähige Dauerformen (Sporen) bilden. Auf diese Weise können sie sich vor ungünstigen Umweltbedingungen schützen und ihr Überleben sichern. Durch die Sporen können die Bakterien auch in einer sauerstoffreichen Umgebung überleben.
Bei Unfällen, die sich draußen ereignen, zum Beispiel im Garten, können in der Erde befindliche Clostridien in Wunden gelangen und zum Teil schwer verlaufenden Infektionen auslösen, den Gasbrand und die anaerobe Zellulitis (Clostridien-Zellulitis). Bei stark verschmutzten Wunden können die Clostridien in der dann sauerstoffarmen Wundumgebung gut wachsen.
Um einer Clostridien-Infektion vorzubeugen, ist bei verunreinigten Wunden vor allem eine rasche chirurgische Versorgung wichtig. Abgestorbenes Gewebe sollte entfernt und eine gute Durchblutung der Wunde ermöglicht werden.
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