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Chlamydia trachomatis

Krankheiten

Stand: 12. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Die Bakterienart Chlamydia trachomatis lässt sich in verschiedene sogenannte Serotypen oder Serovare einteilen, da die Bakterien uneinheitliche sogenannte Antigen-Eigenschaften haben können. Je nach Serotyp sind sie für unterschiedliche Krankheitsbilder verantwortlich.

Chlamydia trachomatis teilt sich in drei Gruppen:

  1. Serotypen A-C
  2. Serotypen D-K
  3. Serotypen L1-L3

Chlamydia trachomatis Serotyp A bis C

Der Krankheitserreger Chlamydia trachomatis Serotyp A bis C wird durch Schmierinfektionen (z.B. über die Hände oder Tücher) innerhalb enger Lebensgemeinschaften, vor allem innerhalb der Familie, übertragen und führt zur Entstehung von sogenannten Trachomen. Ein Trachom ist eine schwere, chronisch verlaufende Horn- und Bindehautentzündung des Auges (Keratokonjunktivitis). Das Trachom ist die weltweit häufigste vermeidbare Ursache für Erblindungen. Trachome kommen hauptsächlich in tropischen Ländern bei schlechten hygienischen Verhältnissen vor (z.B. in Indien). Weltweit sind etwa 500 Millionen Menschen davon betroffen.

Chlamydia trachomatis Serotyp D bis K

Der Krankheitserreger Chlamydia trachomatis Serotyp D bis K wird beim Erwachsenen durch Geschlechtsverkehr und Schmierinfektionen, beim Neugeborenen während der Geburt beim Durchtritt durch den Geburtskanal übertragen und kann zu folgenden Erkrankungen führen:

Genitale Infektionen: Etwa ein bis sechs Wochen nach der Infektion mit Chlamydia trachomatis kommt es beim Mann zu einer akuten bis chronischen eitrigen Harnröhrenentzündung (Urethritis). Bei Frauen führt eine Infektion mit dem Erreger zu einer Schleimhautentzündung des Gebärmutterhalskanals (Zervizitis), einer akuten bis chronischen eitrigen Harnröhrenentzündung und einer Entzündung der sogenannten Bartholinischen Drüsen. Sie liegen je links und rechts im Bereich des Scheidenvorhofs. Meist schließt sich eine Eileiterentzündung (Salpingitis) an. Genitalinfektionen durch Chlamydien verlaufen bei vielen Frauen (etwa 80 Prozent) ohne Beschwerden und werden daher selten rechtzeitig mit Antibiotika behandelt. Die Folge ist in vielen Fällen eine erworbene Unfruchtbarkeit (Sterilität) der Frau. Sie ist Folge der Entzündung: Hierbei kommt es zu einem Verschluss der Eileiter.

Reaktive Arthritis, Reiter-Syndrom: Durch eine Infektion mit Chlamydia trachomatis kann es in der Folge bei vier bis fünf Prozent der Betroffenen zu einer Gelenkentzündung (reaktive Arthritis) oder auch zu einer Kombination aus Harnröhrenentzündung (Urethritis), Gelenkentzündung und Bindehautentzündung des Auges (Konjunktivitis) kommen: sog. Reiter-Trias.

Neugeboreneninfektionen: Zu Neugeboreneninfektionen kommt es vor allem durch die Übertragung von Chlamydien während des Geburtsvorgangs, wenn die Mutter an den Genitalien bereits mit Chlamydia trachomatis infiziert ist. Die Infektion kann beim Neugeborenen zu einer Bindehautentzündung des Auges oder zusätzlich zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen, falls es infiziertes Sekret einatmet (aspiriert). Insbesondere eine Lungenentzündung durch Chlamydien ist für das Neugeborene sehr gefährlich.

Chlamydia trachomatis Serotyp L1 bis L3

Der Krankheitserreger Chlamydia trachomatis Serotyp L1 bis L3 wird durch Sexualkontakte übertragen und führt zu einem sogenannten Lymphogranuloma inguinale (venereum).

Diese Krankheit ist hauptsächlich in Asien, Afrika, Südamerika und Teilen der Karibik verbreitet – in Mitteleuropa kommt sie eher selten vor. Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 12 Tagen entsteht im Infektionsbereich der Geschlechtsorgane ein nicht schmerzendes Bläschen, das zu einem oberflächlichen Geschwür wird. Etwa 10 bis 30 Tage nach der Infektion tritt eine schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten der Leiste hinzu (Bubo). Hier liegt eine Entzündung vor, bei der sich Eiter bilden kann, der dann durch die Haut "durchbricht". Bei Personen, die Analverkehr praktizieren, kann es zu Entzündungen des Enddarms (Rektum, Analkanal) kommen.

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