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Stand: 25. Mai 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Das Skelett des Schädels ist aus 26 mehr oder weniger unregelmäßig geformten Knochen zusammengesetzt. Rechnet man die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel dazu, dann besteht das Skelett des Schädels aus insgesamt 29 Knochen. Sie sind entweder über entsprechende Nahtstellen miteinander verknüpft, wie die Knochenplatten des Schädeldachs, oder gelenkig verbunden, wie die Knochen von Ober- und Unterkiefer oder die Gehörknöchelchen. Ebenfalls zum Skelett des Schädels zählt das Zungenbein. Es ist U-förmig und dient der Zungenmuskulatur als Ansatzpunkt. Diese Knochen fügen sich zu einer Einheit zusammen und bilden das Schädel-Skelett, das unterschiedliche Funktionen erfüllt.
Grundsätzlich gliedert sich das Schädel-Skelett in den Gesichtsschädel (Viscerocranium) und den Gehirnschädel (Neurocranium). Mit Ausnahme der Ober- und Unterkieferknochen sowie der Gehörknöchelchen sind alle Knochen, aus denen sich das Skelett des Schädels zusammensetzt, fest miteinander verbunden. Die Grenze zwischen Gesichtsschädel und Gehirnschädel verläuft beiderseits vom äußeren Gehörgang über den oberen Rand der Augenhöhle bis zur Nasenwurzel.
Der Gehirnschädel setzt sich aus dem Schädeldach und der Schädelbasis zusammen. Der Gesichtsschädel baut sowohl das Nasen-Skelett als auch das Kiefer-Skelett auf. An mechanisch besonders belasteten Stellen bilden einzelne Schädelknochen zusätzliche Verstrebungen aus, die die Stabilität erhöhen.
Die Knochen des Schädeldachs sind Teil des Skeletts. Sie sind durch unregelmäßig verlaufende Knochennähte starr miteinander verbunden, die aus schmalen Bindegewebsstreifen bestehen. Das Schädeldach baut sich aus insgesamt sechs Knochen (Knochenplatten) auf: Am Vorderende beginnt das Schädeldach mit dem Stirnbein (Squama frontalis). An das Stirnbein grenzt das aus zwei separaten Knochenplatten bestehende Scheitelbein (Os parietale) an. Am hinteren Ende des Schädeldachs befinden sich noch zusätzlich die beiden sogenannten Suturenknochen sowie das Hinterhauptbein (Squama occipitalis). Innerhalb des menschlichen Skeletts wird der untere Teil des Gehirnschädels als Schädelbasis bezeichnt. Man unterteilt sie in die äußere und die innere Schädelbasis (Basis cranii externa und interna). Im Übergang zwischen dem seitlichen Schädeldach und der Schädelbasis schließt sich das Schläfenbein (Os temporale) an. Auf das Schläfenbein folgt schließlich das Keilbein. Zur Schädelbasis gehört zusätzlich das Siebbein (Os ethmoidale).
Während die Knochengrenzen (Suturen) des Schädeldachs im Skelett eines Erwachsenen an entsprechender Stelle Knochennähte ausbilden, sind diese Nähte oder besser Zwischenräume beim Neugeborenen noch mit Bindegewebe gefüllt. Sie liefern die Zuwachsflächen für die späteren Nähte des Schädeldachs. Treffen beim Neugeborenen mehrere Schädeldachknochen zusammen, so bilden die einzelnen Bindegewebsflächen eine sogenannte Fontanelle aus, zu Deutsch Knochenlücke aus. Die Funktion der Fontanelle besteht darin, den Weg des Neugeborenen durch den Geburtskanal zu erleichtern.
Insgesamt finden sich im Skelett eines Neugeborenen vier Fontanellen, alle im Bereich des Schädels. Die größte Fontanelle, die Stirnfontanelle (Fonticulus anterior), sitzt zwischen Stirn- und Scheitelbein. Im Falle einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kann sich diese Fontanelle leicht nach außen wölben oder verhärten. Bei etwa der Hälfte der Kinder schließt sich die Stirnfontanelle zwischen dem 9. und dem 18. Lebensmonat, spätestens jedoch bis zum 27. Lebensmonat.
Die kleine Fontanelle, auch Hinterhaupts-Fontanelle (Fonticulus posterior) genannt befindet sich zwischen Scheitelbein und Hinterhauptbein. Diese Fontanelle ist dreieckig geformt und schließt sich innerhalb des ersten Vierteljahres nach der Geburt. Die hintere Seiten-Fontanelle (Fonticulus mastoideus) sitzt zwischen Schläfen-, Scheitel- und Hinterhauptbein und schließt sich bis zum 18. Lebensmonat. Die vordere Seiten-Fontanelle (Fonticulus sphenoidalis) sitzt zwischen Stirnbein, Scheitelbein und großem Keilbeinflügel. Sie schließt sich im ersten Lebensjahr.
Das Skelett des Gesichtsschädels besteht aus insgesamt fünf Bereichen:
Im Zentrum des Gesichtsschädels liegt das Nasenbein, ein paariger Knochen (Os nasale), an den sich zur Schädelinnenseite hin die Nasenmuschel (Concha nasalis) anschließt, die aus mehreren Teilen besteht. Links und rechts des paarigen Nasenbeins schließen sich das Tränenbein (Os lacrimale) und das Jochbein (Os zygomaticum) an. Beide Knochen liegen ebenfalls paarig vor. Unterhalb des Nasenbeins liegt der Oberkiefer (Maxilla), der gemeinsam mit dem Unterkieferknochen (Mandibula) den Kiefer bildet. Daneben zählen das Pflugscharbein (Vomer), das Gaumenbein (Os palatinum), das Zungenbein (Os hyoideum) sowie die einzelnen Gehörknöchelchen des Mittelohrs – Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes) – zum Gesichtsschädel.
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