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Das Ohr (Auris)

Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat)

Stand: 17. Januar 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat) besteht aus

  • zwei Vorhofsäckchen und
  • drei Bogengängen.

Die beiden Vorhofsäckchen (Utriculus und Sacculus) enthalten je zwei sogenannte Sinnesfelder (Macula utriculi und Macula sacculi), in denen sich Sinneszellen befinden. Diese registrieren geradlinige Veränderungen in der Bewegung (Beschleunigung oder Bremsen). Die Fortsätze der Sinneszellen (Sinneshaare) ragen in eine gallertartige Schicht hinein, die kleine Kalkkörnchen (Statolithen) enthält und so beschwert wird. Bei einer Änderung der geradlinigen Bewegung beginnen die Kalkkörnchen und dadurch auch die gallertartige Schicht, sich zu bewegen. Als Folge werden auch die von ihr umschlossenen Sinneszellen bewegt und können nun die Information über die Änderung an das Gehirn weiterleiten. Von den beiden Sinnesfeldern der Vorhofsäckchen ist eines horizontal und das andere vertikal ausgerichtet. Je nach Lageänderung des Kopfes werden die Sinneszellen entsprechend unterschiedlich aktiviert.

Die drei Bogengänge sind mit Endolymphe gefüllt und registrieren Drehbeschleunigungen (Winkelbeschleunigungen). In die Bogengänge ragen ebenfalls Sinneszellen mit ihren Fortsätzen hinein. Im Unterschied zu den Sinnesfeldern der Vorhofsäckchen stecken diese jedoch nicht in einer gallertartige Schicht. Vielmehr sind mehrere Fortsätze von einer Art gallertartigen Kappe umschlossen und ragen auf diese Weise quasi gebündelt in die Endolymphe des Bogenganges. Bewegt sich der Kopf, drückt die Endolymphe aufgrund ihrer Trägheit gegen solch eine Gallertkuppel im Bogengang und lenkt sie dadurch entgegen der Bewegung des Kopfes ab. Die drei Bogengänge stehen entsprechend den drei Dimensionen des Raums rechtwinklig aufeinander. Aus der Kombination der über die Gallertkuppeln registrierten Bewegung in den verschiedenen Bogengängen lässt sich die Richtung der Bewegung feststellen.

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