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Stand: 1. Januar 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Das Kiefergelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen Unterkiefer und übrigem Schädel. Es liegt in unmittelbarer Nähe der Kopfgelenke und wird auch als oberes Kopfgelenk betrachtet. Es befindet sich unmittelbar vor dem äußeren Gehörgang.
Das Kiefergelenk besteht im obere Teil des Gelenks aus der Gelenkgrube und dem Gelenkhöcker und wird aus dem Schädelknochen, an dieser Stelle Schläfenbein genannt, gebildet. Der Gelenkhöcker liegt etwas unterhalb davon. Das Gegenstück zu diesen beiden Strukturen bildet das Unterkieferköpfchen (Kondylus).
| Die Gelenkgrube können Sie gut ertasten: Legen Sie die Zeigefinger vor die Ohrmuschel und öffnen und schließen Sie den Mund einige Male. |
Wie bei allen Gelenken werden auch beim Kiefergelenk alle Gelenkflächen von einer schützenden Knorpelschicht überzogen. Zudem liegt zwischen den Gelenkflächen der Diskus (Discus articularis), eine knorpelige Scheibe, die als Puffer fungiert und eine gleichmäßige Bewegung zwischen beiden Gelenkteilen ermöglicht. Sie ist mit der Gelenkkapsel allseitig verwachsen. Das gesamte Gelenk wird von dieser Gelenkkapsel aus Bindegewebe luftdicht eingeschlossen. Die innere Zellschicht dieser Bindegewebshülle produziert die Gelenkflüssigkeit. Sie sorgt dafür, dass die Gelenkteile bei Bewegung problemlos aneinander entlanggleiten können.
Stabilisiert wird das Kiefergelenk von einer Reihe von Muskeln und Bändern. Über diese steht das Kiefergelenk mit dem Ohr und der Halswirbelsäule in enger Verbindung. Entwicklungsgeschichtlich sind übrigens Teile der Gehörknöchelchen (Hammer und Amboss) im Mittelohr aus Knochen des Kiefergelenks entstanden. Die Kaumuskulatur hat eine direkte Verbindung zur Ohrtrompete, und jegliche Verspannung in diesem Bereich wirkt sich sowohl auf das Kiefergelenk als auch auf das Ohr negativ aus.
| Schädel, Unterkiefer, Schultergürtel und Halswirbelsäule kommunizieren miteinander. Sie sind über die Muskulatur und die Gelenke sowie über Nervenbahnen miteinander verbunden. Probleme in einem Teil dieses Bereichs führen daher meist automatisch zu Problemen in einem anderen, manchmal sogar zu Verspannungen und Schmerzen entlang der gesamten Wirbelsäule bis zum Becken und weiter hinunter bis zu den Füßen. |
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