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(Stand: 30. Juli 2007)

Entzündungsreaktion

Eine Entzündung (lat. inflammatio) ist eine allgemeine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen verschiedenartige schädigende Reize. Ausgelöst werden solche Entzündungsreaktionen durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, aber auch durch chemische Substanzen wie Säuren oder Basen, physikalische Faktoren wie Temperatur oder Strahlung, mechanische Einflüsse wie Reibung, Druck oder Fremdkörper und vom Körperinneren wirkende (= endogene) Reize wie dem Zerfall von Zellen bei bösartigen Tumoren. Im Normalfall werden die schädigenden Reize und ihre Folgen durch die Entzündungsreaktion beseitigt.

Die auffälligen Merkmale einer Entzündung sind Rötung (= Rubor), Schwellung (= Tumor), Erwärmung (= Calor), Schmerz (= Dolor) und Störung der normalen Funktion (= functio laesa) des betroffenen Gewebes. Diese klassischen Zeichen der Entzündung sind seit dem Altertum bekannt und wurden von Aulus Cornelius Celsus im ersten Jahrhundert nach Christus bzw. rund 100 Jahre später von Claudius Galenos (Galen) aus Pergamon beschrieben.

Die bei der Entzündungsreaktion ablaufenden spezifischen und unspezifischen Abwehrmechanismen des Immunsystems sind eng miteinander verknüpft. Eine der stärksten entzündlichen Reaktionen wird durch so genannte Mastzellen vermittelt. Dabei lösen bestimmte Krankheitserreger oder Fremdkörper die Bildung von IgE-Antikörpern aus, die sich wiederum an Mastzellen binden, sodass es zu einer Reaktion zwischen Mastzellen und Krankheitserregern kommt. Mastzellen gehören zum unspezifischen Immunsystem. Sie enthalten Substanzen wie Histamin, Serotonin, Heparin und verschiedene Enzyme, die als Entzündungsmediatoren (= Entzündungsvermittler) bezeichnet werden. Bei Kontakt mit einem Krankheitserreger werden die Mastzellen aktiviert und schütten diese Substanzen aus. Durch die Freisetzung dieser Stoffe werden die typischen Symptome einer Entzündung hervorgerufen. So erweitert Histamin die Blutgefäße, wodurch sich das betroffene Gewebe rötet und erwärmt. Darüber hinaus reizt Histamin die Nerven im Gewebe und löst an dieser Stelle Schmerzen aus. Aufgrund einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäßwand, die ebenfalls durch die Entzündungsmediatoren hervorgerufen wird, tritt eiweißhaltige Flüssigkeit (= Exsudat) in das Gewebe aus. Die betroffene Region schwillt an und es bildet sich ein Ödem. Die verschiedenen in den Mastzellen gespeicherten Enzyme bewirken die Produktion weiterer Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine, Leukotriene und Bradykinin, die ähnlich wirken wie Histamin und die Entzündungsreaktion verstärken. Gleichzeitig wird die Einwanderung von Fresszellen (Phagozyten) des unspezifischen Immunsystems gefördert. Diese greifen die körperfremden Zellen an und transportieren sie ab. Daneben bewirken sie, dass weitere Stoffe wie die so genannten "Akute-Phase-Proteine" freigesetzt werden, die zu Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Gewichtsverlust führen. Während all dieser Prozesse kommunizieren die beteiligten Zellen des Immunsystems durch eine kaum überschaubare Vielzahl von Botenstoffen miteinander, von denen hier lediglich die Gruppe der so genannten Interleukine erwähnt sei.

Weiterlesen: Funktionen und Fehlfunktionen: Allergien

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