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Stand: 15. August 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Als His-Bündel bezeichnet man die spezialisierten Muskelzellen des Reizleitungssystems unmittelbar unterhalb des AV-Knotens. Auch sie besitzen einen Eigenrhythmus, der noch geringer ist als der des AV-Knotens (etwa 30 bis 40 Depolarisationen pro Minute). Etwa einen Zentimeter vom AV-Knoten entfernt zur Herzspitze hin (distal) teilt sich das His-Bündel in drei Äste auf: zwei linke und einen rechten Schenkel (sog. Tawara-Schenkel). Diese wiederum verzweigen sich netzartig in die sogenannten Purkinje-Fasern.
Das His-Bündel leitet von hier die Erregung bis in die Innenschicht der Herzkammermuskulatur: Die drei Äste des His-Bündels reichen bis zur Papillarmuskulatur, welche als erstes erregt wird und somit auch als erstes kontrahiert. So ist gewährleistet, dass die Segelklappen zu Beginn eines Herzschlags fest verschlossen sind und kein Blut in den Vorhof (Atrium) zurückfließt.
Je weiter man sich vom Sinusknoten in Richtung der Reizausbreitung entfernt, desto niedriger wird der Eigenrhythmus der entsprechenden Zellen. Auch jede einzelne Zelle der Arbeitsmuskulatur des Herzens (Myokardfaser) besitzt einen Eigenrhythmus; dieser ist jedoch so langsam, dass er für eine normale Herzfunktion kaum eine Rolle spielt.
Jede Durchblutungsstörung des Herzmuskels aufgrund einer Verengung der Koronararterien oder gar eines vollständigen Gefäßverschlusses führt zu mehr oder weniger starken Veränderungen der elektrischen Reizausbreitung und damit auch zu Störungen der mechanischen Kontraktion. Im extremsten Fall findet keine reguläre Reizausbreitung mehr statt. Dann finden uneinheitlich viele einzelne Kontraktionen des Herzmuskels statt – es liegt ein Vorhofflimmern oder Kammerflimmern vor, im letzteren Fall pumpt das Herz kein Blut mehr. Bereits nach wenigen Minuten entstehen dadurch nichtwiederherstellbare Gewebeschäden.
Kammerflimmern kann unter anderem die Folge eines Herzinfarkts sein und stellt eine lebensbedrohliche Notfallsituation dar. Das Herz muss in solch einem Fall mithilfe einer von außen angelegten elektrischen Spannung wieder zu einer rhythmischen und geordneten Depolarisation gebracht werden. Geräte, mit denen dies möglich ist, nennt man Defibrillatoren.
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