Startseite > Lexika > Lexikon der Anatomie > Das Herz > Reizleitung
Stand: 15. August 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Um zu funktionieren, besitzt das Herz Gruppen von abgewandelten (modifizierten) Muskelzellen, welche die Erregung am Herzen bilden, koordinieren und weiterleiten. Diese sogenannten Schrittmacher (Sinusknoten und Atrioventrikularknoten) sorgen dafür, dass die Kontraktionen geordnet verlaufen und es beim gesunden Herzen nicht zu Herzrhythmusstörungen kommt.
Der Sinusknoten (Nodus sinuatrialis) besteht aus einer Ansammlung schnell depolarisierender Zellen – also Zellen, die ihr Membranpotenzial rasch in den positiven Bereich ändern können –, die von allen Herzmuskelzellen die höchste Eigenfrequenz besitzen. Er befindet sich am Übergang der oberen Hohlvene (Vena cava superior) in den rechten Vorhof (Atrium).
Der Sinusknoten wird auch als natürlicher Schrittmacher des Herzens bezeichnet, da er dem gesamten Herzmuskel (Myokard) seine Frequenz aufzwingt. Die Eigenfrequenz des Sinusknotens beträgt gewöhnlich etwa 60 bis 80 "Erregungen" pro Minute, entsprechend der normalen Schlagfrequenz des Herzens – dem Puls.
Um den Herzschlag der jeweiligen körperlichen Belastung anzupassen, kann die Frequenz des Sinusknotens über zwei Nerven (Vagus und Sympathikus) angepasst werden. Wächst der Einfluss des Vagus über das normale Maß hinaus an, entsteht eine sogenannte Bradykardie. Das ist eine Herzrhythmusstörung von 40 bis 50 Aktionspotenzialen beziehungsweise Herzschlägen pro Minute – der Puls verlangsamt sich also. Überwiegt der Sympathikus, so spricht man von Sinustachykardie; diese Herzrhythmusstörung liegt bei 100 bis 150 Schlägen pro Minute.
Die Frequenz des Sinusknotens kann neben den durch das Nervensystem vermittelten Reizen auch über Medikamente oder das Hormon Adrenalin beeinflusst werden.
Vom Sinusknoten breitet sich der elektrische Reiz über drei Leitungsbahnen in der Vorhofmuskulatur bis zum sogenannten Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) aus.
Der AV-Knoten besitzt einen geringeren Eigenrhythmus als der Sinusknoten (etwa 40 bis 50 Depolarisationen also Entladungen pro Minute). Gewöhnlich depolarisieren die vom Sinusknoten kommenden Reize den AV-Knoten und zwingen ihm so den Sinusrhythmus auf. Ist jedoch die Überleitung vom Sinus- zum AV-Knoten gestört (sog. AV-Block), so folgt das Herz dem Eigenrhythmus des AV-Knotens mit 40 bis 60 Aktionspotenzialen pro Minute. Dies ist für eine Blutversorgung des Körpers in Ruhe gerade noch ausreichend.
Finden Sie im Lexikon der Anatomie & Physiologie alles rund um die menschliche Anatomie – vom Aufbau der Extremitäten bis hin zu Herz-Kreislauf-, Nerven- und Immunsystem. mehr ...
Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2013 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.