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Blutdruck

Definition

Stand: 18. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Der Blutdruck oder Gefäßdruck bezeichnet den Druck, der durch den Herzschlag und den damit verbundenen Transport des Bluts in den Gefäßen entsteht. Er wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder auch in kPa (Kilopascal, 1 mmHg = 133,322 Pa) gemessen.

Die Höhe des Blutdrucks hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • der aktiven Spannung der Gefäße (Gefäßtonus),
  • der Elastizität der Gefäßwand und
  • dem Herzminutenvolumen.

Das Herzminutenvolumen (auch Herzzeitvolumen, HZV) bezeichnet die Menge Blut (Volumen), die die linke Hauptkammer des Herzens in einer Minute auswirft. Bei Erwachsenen liegt das Herzzeitvolumen in Ruhe bei etwa vier bis fünf Litern pro Minute.

Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck

Wenn das Herz sich zusammenzieht und dabei Blut aus der linken Hauptkammer (Ventrikel) in den Körper presst, überträgt sich der entstehende Druck auf die Aorta und weiter auf die folgenden Arterien und Arteriolen. Der Druck, der dabei entsteht, heißt systolischer Blutdruck; die Phase der Herzaktion heißt Systole. Der systolische Druck stellt den ersten Wert in der Blutdruckmessung dar. Beispiel: Wenn der Arzt sagt: "Ihr Blutdruck ist 125 zu 85", steht 125 für den systolischen Wert.

Ein Arzt misst bei einer Frau den Blutdruck.
Ist der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig? Eine Blutdruckmessung gibt Aufschluss.

Nach der Systole erschlafft das Herz wieder, der Druck in den Gefäßen lässt nach. Der zu diesem Zeitpunkt der Herzaktion gemessene Wert heißt diastolischer Blutdruck – er spiegelt sich im zweiten Wert der Blutdruckmessung (z.B. 125 zu 85).

Den Mittelwert aus systolischem und diastolischem Druck bezeichnet man als Mitteldruck. Der Mitteldruck ist ein Maß für die Qualität der Organdurchblutung: Er sagt etwas darüber aus, wie gut das Blut vom Herzen zu den Organen gelangt. Das Herz muss einen gewissen Druck aufbauen, um die Organe ausreichend mit Blut durchströmen zu können.

Unter dem systolischen Blutdruck dehnen sich die großen Arterien. Diese Dehnung setzt sich wellenförmig durch die anschließenden Gefäße fort und nimmt mit zunehmendem Abstand zum Herzen ab. In den herznahen Abschnitten der Arterien ist der Blutdruck am höchsten – am niedrigsten ist er im sogenannten venösen System, genauer gesagt dort, wo die untere und obere Hohlvene ins rechte Herz münden.

In Venen, also den Gefäßen, die Blut zum Herzen zurücktransportieren, herrscht ein deutlich niedrigerer Blutdruck als in Arterien. Um das Blut auch von sehr weit vom Herzen entfernten Körperteilen – zum Beispiel den Füßen – zurück zum Herzen zu bringen, ist die Mitarbeit der Gefäße und Muskeln gefragt. Gefäßmuskeln unterstützen durch rhythmisches Zusammenziehen den Transport des Bluts, im Falle der Beinvenen zum Beispiel die Wadenmuskulatur. Sie trägt dazu bei, dass das Blut auch gegen die Schwerkraft seinen Weg zum Herzen findet.

Dies ist einer der Gründe, die für eine regelmäßige Bewegung und Sport sprechen: Die Muskeln werden gestärkt und können so optimal die Gefäße unterstützen. Zudem kommt der Kreislauf in Schwung und das Herz wird positiv gefordert. Lange Bewegungslosigkeit, langes Stehen oder Sitzen sowie das Einengen der Gefäße, etwa durch Übereinanderschlagen der Beine oder lange Flugreisen, können dazu führen, dass sich das Blut staut. Dies begünstigt die Entstehung von Besenreisern, Krampfadern und Thrombosen.

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