Urinwerte: Urinkultur

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Dezember 2013)

Besteht der Verdacht auf eine Infektion der Nieren oder der ableitenden Harnwege mit Bakterien, ordnet der Arzt zunächst eine sogenannte Keimzahlbestimmung an. Dabei zählt der Untersucher die Anzahl an Krankheitserregern in einem Milliliter Urin bei einer bestimmten Vergrößerung unter dem Mikroskop. Bei Keimzahlen von über 100.000 Bakterien pro Milliliter Urin ist eine Infektion sehr wahrscheinlich. Um die Erreger genau zu identifizieren und ihre Empfindlichkeit gegenüber den gebräuchlichen Antibiotika festzustellen, verwendet man anschließend ein Teil der steril gewonnenen Urinprobe zum Anlegen einer Bakterienkultur.

Hierzu wird eine Probe des Urins auf einem Nährmedium verteilt, auf dem die vorhandenen Keime wachsen können. Sind Bakterienkolonien entstanden, wird ein Antibiotikum zugegeben. Stirbt die Kolonie daraufhin ab, liegt keine sogenannte Resistenz (Unempfindlichkeit) gegen den Wirkstoff vor. Das Arzneimittel ist dann für die Therapie der Beschwerden geeignet. Sterben die Bakterien dagegen nicht ab, sind sie resistent gegen dieses Antibiotikum und der Arzt muss einen anderen Wirkstoff einsetzen.