Blutgruppen: AB0-Blutgruppenbestimmung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. November 2012)

Möchte man die Blutgruppe eines Menschen bestimmen, benötigt man zwei Blutproben von ihm: Probe und Gegenprobe.

Bei der Probe zur Blutgruppenbestimmung teilt man das Blut in drei Portionen auf, und gibt jeweils ein Testserum hinzu: Eines mit den Antikörpern Anti-A, das nächste enthält Anti-B-Antikörper und im dritten befinden sich Antikörper gegen beide Antigene (Anti-AB-Antikörper) (links in der Tabelle). Die Blutgruppe lässt sich nun davon ableiten, welche Blut-Testserum-Mischungen verklumpen. Bei der Blutgruppe A verklumpt zum Beispiel das Blut, wenn es mit Anti-A- und Anti-AB-Antikörpern in Kontakt kommt, die im ersten und im dritten Testserum enthalten sind.

Für die Gegenprobe (rechts in der Tabelle) teilt man das Blut ebenfalls in drei Portionen auf – jetzt gibt man allerdings Test-Erythrozyten der Blutgruppen A, B und 0 hinzu. Es kommt wieder zu einem charakteristischen Verklumpungsmuster, das davon abhängt, welche Antikörper im Blut des untersuchten Menschen zirkulieren.

Bei korrekter Durchführung stimmen das Ergebnis von Probe und Gegenprobe überein.

Die Abbildung zeigt wie man die einzelnen Blutgruppen bestimmt.

Abersicht: Blutgruppenbestimmung

Eine AB0-Inkompatibilität zwischen Mutter und Kind tritt gehäuft bei der Konstellation – Mutter = Blutgruppe 0 und Kind = Blutgruppe A auf. Im Gegensatz zur Rhesus-Inkompatibilität tritt vor der Geburt keine Schädigung des Fötus auf. Nach der Geburt bemerkt man eine rasch zunehmende Gelbfärbung der Haut (Ikterus), die sich jedoch durch eine Phototherapie gut behandeln lässt. Dabei wird der Blaulichtanteil des Lichtspektrums mit einer Wellenlänge von 420-480 Nanometern genutzt, um das in der Haut des Kindes befindliche Bilirubin abzubauen. Die Kinder liegen unter der Lichtquelle und tragen eine spezielle Brille, um Schäden am Auge – genauer an der Netzhaut – zu vermeiden. Eine Blutaustauschtransfusion ist nur selten notwendig.