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Blutbestandteile

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (30. November 2012)

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) haben die Form eines runden Scheibchens mit einer beidseitigen mittigen Eindellung, die während ihrer Entwicklung entsteht, wenn der Zellkern abgebaut wird. Erythrozyten sind die einzigen kernlosen Zellen des menschlichen Körpers. Sie haben einen Durchmesser von ungefähr sieben Mikrometern und sind etwa zwei Mikrometer dick. Im Vergleich beträgt der Durchmesser eines Haars etwa 100 Mikrometer. Die Hauptfunktion der roten Blutkörperchen besteht im Transport von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) zwischen der Lunge und den Organen beziehungsweise Geweben.

Erythrozyten reifen im roten Knochenmark heran. Beim ungeborenen Kind (Fötus) findet die Bildung dieser Blutzellen allerdings in Leber und Milz statt. Hormone spielen bei der Reifung und Entstehung von Erythrozyten eine wesentliche Rolle – bei Sauerstoffmangel bilden die Nieren vermehrt das Hormon Erythropoetin. Es stimuliert die Produktion der Erythrozyten im Knochenmark. Nach einer Normalisierung des Sauerstoffangebots sinkt die Bildung von Erythropoetin wieder ab.

Für die rote Färbung der Erythrozyten ist der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin (Hb), verantwortlich. Um diesen Farbstoff zu bilden, sind Eisen, Vitamin B12 und Folsäure in ausreichenden Mengen notwendig. Hämoglobin ist für die Funktion der Erythrozyten – den Sauerstofftransport – unbedingt erforderlich. Dabei wird Sauerstoff an die Eisenmoleküle gebunden und so über das Blut transportiert. Sauerstoff und Hämoglobin verbinden sich dabei aber nicht untrennbar miteinander – der Sauerstoff soll ja dort, wo er benötigt wird, das Blutkörperchen wieder verlassen können. Diese "lose" Bindung ist also wichtig, aber gleichzeitig auch die Erklärung, warum das Einatmen von Kohlenmonoxid (CO) zu einer Vergiftung führt. Kohlenmonoxid ist ein farbloses Gas, das zum Beispiel in Autoabgasen enthalten ist oder bei Bränden entsteht. Kohlenmonoxid bindet sehr viel stärker an das Hämoglobin als der Sauerstoff und "besetzt" somit dessen Platz. Auch wenn genug Sauerstoff in der Atemluft vorhanden ist, können die Blutzellen ihn nicht mehr aufnehmen und zu den Organen transportieren. Das macht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung lebensbedrohlich.

Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt etwa 120 Tagen. Während die roten Blutzellen im Körper zirkulieren, durchströmen sie regelmäßig die Milz. Hier werden gealterte Erythrozyten ausgesondert und abgebaut. Dieser Vorgang wird auch als Blutmauserung bezeichnet. Dabei werden Stoffe frei, die der Körper entweder weiter abbaut, ausscheidet (z.B. Bilirubin) oder auch wiederverwertet (z.B. Eisen).

Normalwerte

GeschlechtErythrozytenHämoglobin (Hb)
männlich4,6 bis 5,9 x 106 pro 1 µl 140-180 g/l
weiblich4,2 bis 5,4 x 106 pro 1 µl 120-160 g/l





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