Albumin: Funktion im Körper

Veröffentlicht von: Till von Bracht (28. Oktober 2015)

Albumin ist ein kugelförmiges Eiweiß, das den größten Teil der im Blut vorkommenden Eiweiße ausmacht. Die Leber produziert täglich rund 12 Gramm Albumin. Im Körper erfüllt Albumin verschiedene Funktionen. Es

  • hält Wasser in den Blutgefäßen zurück,
  • transportiert wasserunlösliche Stoffe durch die Blutbahnen,
  • dient als Reserveeiweiß und
  • hält den pH-Wert des Blutes konstant.

Eine der wichtigsten Funktionen von Albumin ist es, zu verhindern, dass zu viel Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe wandert.

Im Blutgefäß befindet sich normalerweise mehr Albumin als außerhalb des Gefäßes. Der Grund dafür liegt in der Größe der Albumin-Moleküle: Albumin ist zu groß, um aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe zu treten.

In den Blutgefäßen bindet Albumin Wasser – so verhindert es, dass Wasser durch die Gefäßwände ins Gewebe gelangt. Mediziner sprechen davon, dass Albumin einen sogenannten "kolloidosmotischen Druck" innerhalb der Blutgefäße aufbaut. Dieser Druck spielt eine wichtige Rolle für die Verteilung der Flüssigkeiten im Körper.

Sinkt der Albumingehalt des Blutes, zum Beispiel bei Leber- und Nierenerkrankungen oder bei eiweißarmer Ernährung, tritt Wasser aus den Blutgefäßen in das Gewebe – es kommt zu sogenannten (Hunger-)Ödemen.

Eine weitere wichtige Funktion von Albumin: Es bindet wasserunlösliche Stoffe (z.B. Fette, Hormone, Vitamine, Mineralstoffe), um sie so durch die Blutbahn transportieren zu können. Ohne Albumin könnten sich diese Substanzen im Blut nicht frei bewegen – sie würden stattdessen zusammenklumpen.

Da Albumin eine große Anzahl verschiedener Stoffe bindet, spricht man auch von einer unspezifischen Transportfunktion. Zu diesen Stoffen gehören ganz unterschiedliche Substanzen wie:

Darüber hinaus dient Albumin im Körper als sogenanntes Reserveeiweiß. Diese Funktion verdankt es seiner relativ hohen Konzentration im Blut. Im Körper eines gesunden Erwachsenen mit etwa 70 Kilogramm Körpergewicht finden sich insgesamt etwa 320 bis 350 Gramm Albumin. Davon befinden sich knapp 40 Prozent in den Blutgefäßen, der übrige Teil im Gewebe (z.B. Muskeln) und im Liquor (Hirn- und Nervenwasser).

Albumin ist das häufigste Protein im Blutplasma – es macht etwa 60 Prozent der gesamten Proteine im Blut aus. Die übrigen 40 Prozent entfallen auf die sogenannten Globuline.

Sowohl Albumin als auch Globuline helfen dabei, den Blut-pH-Wert beim Menschen konstant zu halten – dieser beträgt durchschnittlich 7,4. Der pH-Wert hängt von der Konzentration an Wasserstoffionen ab. Albumin und Globuline können Wasserstoffionen im Körper binden und auch wieder abgeben – so tragen sie dazu bei, Schwankungen des pH-Werts abzupuffern und ihn zu stabilisieren.