Albumin: Bestimmung von Albumin

Veröffentlicht von: Till von Bracht (28. Oktober 2015)

Die Bestimmung von Albumin dient vor allem dazu, mögliche Nieren- oder Leberschäden schon frühzeitig erkennen zu können. Befindet sich zum Beispiel zu viel Albumin im Urin (mehr als 30 Milligramm pro Tag), deutet dies auf eine beginnende Nierenerkrankung hin.

Bei einer Leberschädigung hingegen produziert die Leber weniger Albumin – dadurch verrringert sich auch die Albuminkonzentration im Blut

Bei bestimmten Erkrankungen, zum Beispiel bei Diabetes oder Bluthochdruck, ist es sinnvoll, den Albumingehalt im Urin mindestens einmal im Jahr untersuchen zu lassen. So können Patienten 

Albumin lässt sich im Körper auf drei Arten bestimmen: Entweder misst der Arzt die Albuminkonzentration

Das Bild zeigt einen jungen Arzt, der sich eine Blutprobe ansieht. Eine Blutuntersuchung ist notwendig, wenn der Arzt die Konzentration von Albumin im Blut feststellen will. © Jupiterimages/Stockbyte

Um die Konzentration von Albumin im Blut zu ermitteln, ist eine spezielle Blutuntersuchung notwendig. Ein Albuminmangel im Blut kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine eiweißarme Ernährung, eine Schwangerschaft oder eine Lebererkrankung.

Bestimmung der Albuminkonzentration im Blut

Die Konzentration von Albumin im Blut können Ärzte im Rahmen einer Blutuntersuchung ermitteln. Dazu muss der Arzt zunächst die vielen unterschiedlichen Eiweiße im Blut trennen – dies geschieht mit einer speziellen Technik, der sogenannten (Eiweiß-)Elektrophorese.

Bei der Eiweiß-Elektrophorese tropft der Untersucher eine kleine Menge Blut auf eine papierähnliche Folie, um anschließend die einzelnen Blutbestandteile mithilfe eines elektrischen Stromfelds auftrennen zu können.

Normalerweise lassen sich beim gesunden Erwachsenen in einem Liter Blut etwa 40 bis 50 Gramm Albumin nachweisen. Eine niedrigere Albuminkonzentration im Blut kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • eiweißarme Ernährung,
  • Schwangerschaft
  • sowie Leber- oder
  • Nierenschäden.

Viele Ärzte bestimmen im Rahmen der Eiweiß-Elektrophorese auch das Verhältnis zwischen Albumin und Globulin – den sogenannten Albumin/Globulin-Quotienten. Der Albumin/Globulin-Quotient gibt Hinweise darauf, ob im Körper Entzündungen vorliegen. Bei einer Entzündung steigt die Globulin-Konzentration im Blutplasma, die Albumin-Konzentration hingegen sinkt.

Bestimmung der Albuminkonzentration im Urin

Jeden Tag scheiden die Nieren rund 20 Milligramm Albumin über den Urin aus. Eine erhöhte Albuminkonzentration kann ein Hinweis darauf sein, dass etwas mit den Nieren nicht stimmt.

Für die Bestimmung der Albuminkonzentration im Urin reicht ein einfacher Urin-Teststreifen jedoch häufig nicht aus. Denn mit einem üblichen Teststreifen lässt sich Albumin erst dann im Urin nachweisen, wenn der Körper mehr als 200 Milligramm Albumin pro Tag ausscheidet. Daher nutzen Ärzte in der Regel spezielle Teststreifen, mit denen sie schon geringe Mengen Albumin messen können.

Prinzipiell lässt sich die Albuminkonzentration im Urin über zwei Arten bestimmen: Entweder untersuchen Ärzte nur eine einzige Urinprobe (Spontanurin) oder sie verwenden die gesammelte Menge eines Tages (24-Stunden-Sammelurin).

Der Albumingehalt im Urin hängt von vielen Faktoren ab und schwankt tagsüber sehr stark. Daher liefert die Messung im 24-Stunden-Sammelurin zwar genauere Ergebnisse, ist jedoch auch wesentlich aufwändiger und fehleranfälliger – insbesondere bei Kindern.

Aus diesem Grund verzichten die meisten Ärzte heutzutage darauf, den Urin über 24 Stunden zu sammeln. Stattdessen verwenden sie den Morgenurin und messen nicht nur, wie viel Albumin, sondern auch wie viel Kreatinin er enthält. Anschließend errechnet der Arzt das Verhältnis zwischen Albumin und Kreatinin. 

Dieser sogenannte Albumin-Kreatinin-Quotient hat den Vorteil, dass er – unabhängig von der Harnkonzentration – verlässliche Werte zur Albuminausscheidung im Urin liefert. Denn die Albuminkonzentration hängt unter anderem auch von der Harnkonzentration in der jeweilgen Urinprobe ab – und die Harnkonzentration schwankt von Tag zu Tag. 

Dieser sogenannte Albumin-Kreatinin-Quotient dient somit als guter Nachweis für den Albumingehalt im Urin – unabhängig von der Harnkonzentration der jeweiligen Urinprobe.  

Bestimmung der Albuminkonzentration im Liquor

Liquor ist der Fachbegriff für die wasserklare Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt. Diese Flüssigkeit ist von einer Barriere umgeben, die sie vor schädlichen Stoffen aus dem Blut schützt: die sogenannte Blut-Liquor-Schranke.

Albumin wird in der Leber produziert und gelangt von da aus in den Blutkreislauf – ein Austausch zwischen Liquor und Blut findet im Körper kaum statt. Daher befindet sich im Liquor normalerweise nur wenig Albumin.

Bei einigen Krankheiten kann die Blut-Liquor-Schranke gestört sein, sodass bestimmte Blutbestandteile – zum Beispiel Albumin – in das Hirnwasser übertreten können.

Ein erhöhter Albuminwert im Liquor weist also auf eine Störung der Blut-Liquor-Schranke hin.

Da die Albuminkonzentration im Liquor mit der Albuminkonzentration im Blut zusammenhängt, muss der Arzt beide Werte messen. Anschließend berechnet er das Verhältnis von Albumin im Liquor zu Albumin im Blutserum – den sogenannten Liquor/Serum-Albumin-Quotienten.

Ein hoher Liquor/Serum-Albumin-Quotient deutet darauf hin, dass mehr Albumin durch die Blut-Liquor-Schranke in den Liquor gelangt als üblich. Dies kann die Folge verschiedener Erkrankungen sein, wie zum Beispiel

  • multiple Sklerose (chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems),
  • Enzephalitis (Entzündungen im zentralen Nervensystem, insbesondere im Gehirngewebe ) oder
  • Meningitis (akute Entzündung der weichen Häute des Gehirns und Rückenmarks).

Um die Albuminkonzentration im Liquor bestimmen zu können, ist eine sogenannte Lumbalpunktion (Liquorpunktion) notwendig. Unter einer Lumbalpunktion versteht man die Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal im Bereich der Lendenwirbel.