Metastasen: CUP-Syndrom

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (03. November 2015)

Manchmal finden Ärzte Metastasen im Körper, ohne dass der Ausgangstumor bekannt ist. Auch nach gründlichen Untersuchungen ist es den Ärzten nicht möglich, den eigentlichen Ursprungstumor ausfindig zu machen. In diesem Fall spricht man von einem CUP-Syndrom (= cancer of unknown primary, "Krebs bei unbekanntem Primärtumor").

In einigen Fällen kann man bei Patienten mit CUP-Syndrom mithilfe einer feingeweblichen Untersuchung nachvollziehen, aus welchem Organ eine gestreute Krebszelle ursprünglich stammt. So kann es beispielsweise sein, dass eine in der Leber gefundene Metastase Eigenschaften aufweist, die auf Darmkrebs schließen lassen. Auf diese Weise kann der Arzt feststellen, welche Krebsart vorliegt und den Patienten entsprechend den Empfehlungen behandeln. Durch weitere Untersuchungsmethoden kann der Arzt nun gezielter nach dem Ursprungstumor suchen und so vielleicht doch noch fündig werden. Bleibt die Suche erfolglos, bleibt es bei der Diagnose CUP-Syndrom.

Manchmal ist es bei einem CUP-Syndrom aber auch nicht mehr möglich, die Krebsart sicher zu bestimmen, weil sich die metastasierenden Zellen bereits zu sehr verändert haben. Dennoch können spezielle Untersuchungen der Zellen häufig Hinweise darauf geben, um welche Krebsart es sich handeln könnte. In manchen Fällen findet der Arzt den Tumor schließlich doch nach einiger Zeit – möglicherweise brachte eine vorangegangene Untersuchung keinen Erfolg, weil die Geschwulst zu diesem Zeitpunkt noch nicht groß genug war.

Ein Diagnoseblatt mit einem Fragezeichen darauf: Bei einem CUP-Syndrom kann der eigentliche Ursprungstumor nicht gefunden werden. © iStock

Bei einem CUP-Syndrom kann der eigentliche Ursprungstumor nicht gefunden werden.

Es gibt verschiedene Annahmen darüber, welche Ursachen das CUP-Syndrom hat. Manche Forscher gehen davon aus, dass das CUP-Syndrom entsteht, wenn sich direkt zu Beginn, noch bevor der Ursprungstumor wachsen kann, einzelne Zellen lösen. Sie verteilen sich im Körper und bilden Metastasen – der eigentliche Primärtumor bleibt jedoch so klein, dass man ihn gar nicht auffinden kann, oder er ist gar nicht vorhanden. Andere Wissenschaftler sind der Meinung, dass der Ursprungstumor bei Patienten mit CUP-Syndrom zwar vom Körper erfolgreich bekämpft werden konnte, nicht aber die Metastasen, sodass diese noch verbleiben.

Symptome und Verlauf des CUP-Syndroms können ganz unterschiedlich sein. Daher gibt es auch keine Standardtherapie, die beim CUP-Syndrom zum Einsatz kommt.