Zika-Virus: Krankheiten & Symptome

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (27. Juni 2016)

Bei einer Infektion mit dem Zika-Virus bilden sich nur bei etwa einer von fünf Personen einige Tage nach dem Mückenstich Symptome aus. Eine Zika-Virus-Infektion kann also auch ohne Symptome verlaufen und bleibt deshalb häufig unbemerkt.

Symptome

In den meisten Fällen verläuft eine Zika-Virus-Infektion eher mild. Mögliche Symptome sind zum Beispiel:

Diese Beschwerden halten einige Tage bis etwa eine Woche an.

In den Jahren 2013 und 2015 gab es in Französisch-Polynesien und in Brasilien größere Ausbrüche an Erkrankungen durch das Zika-Virus, bei denen möglicherweise damit in Zusammenhang stehende Komplikationen auftraten, wie etwa:

  • neurologische Komplikationen (z.B. Guillain-Barré-Syndrom, einer Nervenentzündung vor allem in den Armen und Beinen)
  • Komplikationen durch Autoimmunreaktionen

Vereinzelt wurde auch von Todesfällen durch das Zika-Virus berichtet. In den beschriebenen Fällen litten die Betroffenen jedoch jeweils auch an einer schweren Vorerkrankung. Bislang ist deshalb davon auszugehen, dass lebensbedrohliche Verläufe eher die Ausnahme sind.

Wer von einer Reise in ein tropisches oder subtropisches Land zurückkehrt und innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr Symptome bekommt, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollte sich ärztlich untersuchen lassen und auf die Reise und das Reiseland hinweisen.

Zika-Virus: Man sieht eine Gelbfiebermücke (Aedes aegypti). © iStock

Das Zika-Virus wird in bestimmten Ländern durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen.

Therapie

Bislang gibt es keine ursächliche Behandlung für eine Zika-Virus-Infektion. Therapeutische Maßnahmen beschränken sich deshalb hauptsächlich darauf, die Symptome zu lindern, sofern notwendig – also zum Beispiel durch:

Immunität

Wer einmal eine Zika-Virus-Infektion durchgemacht hat, ist wahrscheinlich lebenslang immun und kann sich nicht nochmal mit dem Virus anstecken.

Übertragung

Das Zika-Virus wird durch Mückenstiche übertragen, wahrscheinlich vor allem durch infizierte Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), aber auch durch andere Arten der Gattung Aedes. Aedes-Arten sind hauptsächlich in den Tropen und Subtropen heimisch.

Mücken können sich mit dem Zika-Virus infizieren, wenn sie einen Menschen stechen, der bereits mit dem Virus infiziert ist. Stechen die infizierten Mücken danach weitere Menschen, können sie das Virus weitergeben.

Das Zika-Virus kann außerdem während der Schwangerschaft oder der Geburt auf das Kind übertragen werden, wenn die werdende Mutter bereits infiziert ist. Wie häufig das vorkommt, lässt sich jedoch zurzeit nicht sagen. Eine Übertragung durch Muttermilch ist bislang nicht bekannt.

Das Zika-Virus kann vereinzelt auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, wenn der Sexualpartner mit dem Virus infiziert ist. Inwieweit dieser Übertragungsweg für die Verbreitung eine Rolle spielt, ist noch unklar. Wie lange das Virus im Sperma nach einer Infektion auftreten kann, ist noch nicht sicher.

Als Vorsichtsmaßnahme empfehlen Experten deshalb, nach einem möglichen Kontakt mit dem Virus für die folgenden sechs Monate beim Geschlechtsverkehr mit Schwangeren beziehungsweise Frauen, die schwanger werden können, Kondome zu verwenden.

Bis sicher geklärt ist, wie lange das Zika-Virus sexuell übertragbar sein kann, ist es möglicherweise generell ratsam, seinen Sexualpartner für die folgenden sechs Monate durch den Gebrauch von Kondomen zu schützen.

Man eine Transelektronenmikroskop-Aufnahme des Zika-Virus. © CDC

Aufnahme von Zika-Viren mit dem Transelektronenmikroskop. Ein einzelnes Zika-Virus (s. Pfeil) misst etwa 40 Nanometer im Durchmesser.

Ein Infektionsrisiko besteht vor allem für Personen, die in Regionen leben, in denen das Zika-Virus heimisch ist, wie etwa in manchen Ländern Mittel- oder Südamerikas. Auch Reisende, die sich in Risikogebieten aufhalten, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. In Deutschland gibt es bislang nur wenige Fälle von Zika-Virus-Infektionen – alle Betroffenen hatten sich zuvor in Risikoländern aufgehalten.

Das Infektionsrisiko in Deutschland gilt als gering, da die Mückenart Aedes aegypti hier nicht heimisch ist. In Süddeutschland kommt jedoch vereinzelt die asiatische Tigermücke vor (Aedes albopictus), sodass eine Verbreitung in Deutschland nicht vollkommen unmöglich ist. Das setzt jedoch voraus, dass die in Deutschland relativ seltene asiatische Tigermücke einen mit dem Zika-Virus infizierten Reiserückkehrer sticht, sich dadurch infiziert und danach eine andere Person sticht.

Ländern und Regionen mit  lokalen Zika-Virus-Übertragungen in letzter Zeit

Land / Region in den letzten 9 Monaten betroffen in den letzten 2 Monaten betroffen
Amerikanische Jungferninseln ja vereinzelte Übertragung
Amerikanisch-Samoa ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Barbados ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Bolivien ja vereinzelte Übertragung
Bonaire ja vereinzelte Übertragung
Brasilien ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Kap Verde ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Kolumbien ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Costa Rica ja vereinzelte Übertragung
Curacao ja vereinzelte Übertragung
Dominikanische Republik ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Ecuador ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
El Salvador ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Fidschi ja nein
Französisch Guyana ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Guadeloupe ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Guatemala ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Guyana ja vereinzelte Übertragung
Haiti ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Honduras ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Jamaika ja vereinzelte Übertragung
Malediven ja nein
Martinique ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Mexiko ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Neukaledonien ja nein
Nicaragua ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Panama ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Paraguay ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Puerto Rico ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
St. Martin ja vereinzelte Übertragung
Samoa ja vereinzelte Übertragung
Salomonen ja nein
Suriname ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Thailand ja vereinzelte Übertragung
Tonga ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Venezuela ja zunehmende oder großflächige Verbreitung
Vanuatu ja zunehmende oder großflächige Verbreitung

Vorbeugen

Bislang gibt es keine Schutzimpfung gegen das Zika-Virus. Da das Virus vor allem durch Mücken der Gattung Aedes übertragen wird, können Sie einer Infektion am besten vorbeugen, indem Sie in Risikogebieten Mückenstiche vermeiden.

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen in Zika-Virus-Risikogebieten:

  • Tragen Sie (helle) langärmelige Oberteile und (helle) lange Hosen.
  • Tragen Sie Mittel zur Mückenabwehr auf die Haut auf.
  • Schlafen Sie in nicht-klimatisierten Räumen unter einem Moskitonetz oder mit Fliegenschutzgitter im Fenster.
  • Lassen Sie in Räumen mit Klimaanlage die Fenster möglichst geschlossen.

Zika-Virus: Man sieht ein Bett mit einem Moskitonetz. © iStock

Ein Moskitonetz kann vor einer Infektion mit dem Zika-Virus schützen.