Zecken: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Juni 2016)

Zecken können Viren übertragen, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen. Da die Erreger für ihre Vermehrung eine Mindesttemperatur von acht Grad Celsius benötigen, tritt die Krankheit bevorzugt in der wärmeren Jahreszeit auf ("Frühsommer").

In Deutschland sind etwa 0,1 bis 5 Prozent aller Zecken in FSME-Risikogebieten mit dem FSME-Virus infiziert, aber nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt beim Menschen zu einer FSME-Erkrankung.

Im Mittel liegt sie bei 0,1% bis 3,4% (1 von 1.000 bis 1 von 100 Zecken)

In circa 70 Prozent aller Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt und harmlos, bei 20 bis 25 Prozent treten grippeähnliche, ebenso harmlose Erkrankungen auf. Nur etwa 10 Prozent der Infektionsfälle führen zur FSME, Meningoenzephalitis mit Fieber, Erbrechen und anderen Symptomen, die bleibende neurologische Schäden hinterlassen kann. In Einzelfällen verläuft die FSME tödlich.

FSME wird primär über Antikörper im Blutserum oder im Hirnwasser nachgewiesen. Noch existiert keine Behandlung, die zur Heilung führt; es werden einzig die Symptome therapiert. Aus diesem Grund werden vorbeugende Maßnahmen ausdrücklich empfohlen. Hierzu zählen allgemeine Maßnahmen (z.B. Schutz durch Kleidung oder frühe Zeckenentfernung mit einer Zeckenpinzette) wie auch die wichtige FSME-Schutzimpfung in Risikogebieten.

Ehrlichiose

Die Erreger der Ehrlichiose sind Bakterien der Gattungen Ehrlichia, Anaplasmataca und Neorickettsi. Sie werden über die Zecke auf den Menschen übertragen. Die in den USA bekannt gewordene Erkrankung tauchte in Europa in Slowenien Österreich, Portugal, Belgien und Italien auf. Die Erreger der Ehrlichiose wurden aber auch hierzulande in Zecken nachgewiesen, sodass eine Infektion in Deutschland möglich ist.