Yersinia pestis

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (21. Juli 2011)

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Yersinia pestis ist der Erreger der Pest. Die Bakterienart hatte vor allem im Mittelalter als Erreger von Pestpandemien große Bedeutung, als Millionen von Menschen dem sogenannten "schwarzen Tod" zum Opfer fielen.

Im Mittelalter verstarben infolge der zweiten großen Pestpandemie (1347-1351) um die 25 Millionen Menschen – im Vergleich dazu sind die heutigen Pestzahlen gering: Pro Jahr kommt es weltweit zu circa 2.500 Pestfällen und 200 Todesfällen, gut 99 Prozent der Erkrankungs- und Todesfälle ereignen sich hierbei in Afrika.

Bei Yersinia pestis handelt sich um kurze Stäbchenbakterien, die einzeln, in kurzen Ketten oder in Haufen vorkommen. Yersinia-pestis-Bakterien sind von einer Kapsel umgeben, die ihnen einen gewissen Schutz vor den Fresszellen des Immunsystems bietet.

Man sieht einen Floh unter dem Mikroskop. © Jupiterimages/iStockphoto

Flöhe können Pestbakterien von Nagetieren auf den Menschen übertragen.

Yersinia pestis befällt vor allem Nagetiere, insbesondere Ratten. Über Flöhe, die Blut von infizierten Nagern saugen und danach versehentlich auf einem Menschen landen, kann die Pest auch auf den Menschen übertragen werden.

Im Vormagen der Flöhe findet der Pesterreger Umweltbedingungen vor, in denen sie sich in großer Zahl vermehren können. Teilweise werden dabei so große Bakterienmengen erreicht, dass der Zugang zum Floh-Vormagen blockiert wird. Sticht der Floh das nächste Mal zu, würgt er die Pestbakterien zuerst in die Blutbahn des neuen Opfers, um wieder Blut saugen zu können. Auf diese Weise können auf einen Schlag recht hohe Bakterienzahlen in den Blutkreislauf gelangen: teilweise mehr als 10.000 Yersinia-pestis-Bakterien.

Normalerweise gehen Rattenflöhe erst auf den Menschen über, wenn es keinen anderen passenden Wirt gibt – also zum Beispiel bereits viele Ratten einer Nagerpest zum Opfer gefallen sind. Dies war vor allem bei den früheren großen Pestpandemien der Fall. Kommt es heutzutage zu Übertragungen von Yersinia pestis von Nagetieren auf den Menschen, geschieht dies jedoch eher versehentlich und nur vereinzelt.

Beim Menschen führt Yersinia pestis zur beulenartigen Anschwellung von Lymphknoten und damit zur sogenannten Beulenpest. Über die Blutbahn können sich die Bakterien jedoch weiter im Körper verbreiten und so auch zu Lungenpest führen. Während die Beulenpest in der Regel gut mit Antibiotika zu behandeln ist, endet die Lungenpest rasch tödlich, wenn nicht rechtzeitig eine Therapie eingeleitet wird. Die Lungenpest ist zudem auch für andere Menschen sehr gefährlich, da die Patienten beim Husten hochinfektiöse Tröpfchen abgeben, die andere infizieren können. Auf diesem Weg infizierte Personen entwickeln direkt die Lungenpest und keine Beulenpest.

Die Pest zählt zu den sogenannten Zoonosen, also Erkrankungen, die normalerweise bei Tieren vorkommen, aber auch auf den Menschen übertragbar sind.