Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (17. März 2014)

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Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori: Dies sind die Namen dreier Fadenwürmer (Filarien), die über Stechmücken auf den Menschen übertragen werden.

Im menschlichen Körper besiedeln Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori das Lymphsystem und können die sogenannte lymphatische Filariose auslösen. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 120 Millionen Menschen an einer lymphatischen Filariose erkrankt – circa neun von zehn Erkrankten sind dabei mit Wuchereria bancrofti infiziert.

Außerhalb von Menschen oder Stechmücken können die Fadenwürmer nicht überleben. Wird ein infizierter Mensch von einer Mücke gestochen, nimmt die Mücke beim Saugen mikroskopisch kleine Larven auf, die im Blut des Menschen zirkulieren – die sogenannten Mikrofilarien. Beim nächsten Mückenstich gelangen die Mikrofilarien in einen anderen Menschen.

Dort wandern sie in die menschlichen Lymphknoten und Lymphgefäße, wo sie innerhalb von etwa neun Monaten zu geschlechtsreifen Filarien heranwachsen (sog. Makrofilarien). Die zusammengeknäult in den Lymphknoten lebenden, ausgewachsenen Filarien werden – wenn es sich um Wuchereria bancrofti handelt – zwischen zwei und zehn Zentimeter lang. Brugia malayi und Brugia timori können eine Länge von sechs Zentimetern erreichen. Die Dicke der Würmer beträgt etwa 0,1 bis 0,3 Millimeter.

Makrofilarien leben im Durchschnitt etwa fünf Jahre. Die geschlechtsreifen Weibchen produzieren laufend neue Mikrofilarien, die wiederum ins Blut gelangen – und von dort aus wieder von einer Mücke aufgenommen werden können.

Die Mikrofilarien passen sich an die Stechgewohnheiten der Mücken an: In Regionen, in denen nachtaktive Mücken vorkommen, sind die Mikrofilarien vor allem nachts im Blut zu finden – tagsüber halten sie sich in zentralen Blutgefäßen der inneren Organe auf.

In Deutschland sind nur wenige Menschen mit Wuchereria bancrofti, Brugia malayi oder Brugia timori infiziert – und wenn, dann haben sie sich im Allgemeinen zuvor in Risikogebieten aufgehalten. Zu den Risikogebieten zählen Südostasien, Indonesien, der Pazifik, das tropische Afrika, die Karibik und Südamerika.