Viren – eine Einführung: Virusfamilien

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (07. Dezember 2010)

Wie bei der Tier- und Pflanzenwelt wurde auch versucht, die Viren zu klassifizieren. Entsprechend der technischen Entwicklung zog man dabei nacheinander verschiedenste Merkmale heran. Die Aufdeckung der äußeren Virusgestalt durch die Röntgenstrukturanalyse und die Entschlüsselung des genetischen Codes eines Virus waren besondere Wegmarken in der Entwicklung. Heutzutage teilt man Viren vor allem aufgrund der folgenden Kriterien in verschiedene Gruppen ein:

  • Erbmaterial: Besteht das Virus-Erbmaterial aus DNA (DNA-Virus) oder RNA (RNA-Virus), aus einem Einzel- oder Doppelstrang?
  • Symmetrie: Welche Form hat der Komplex aus Erbmaterial und Kapsid (also das Nukleokapsid)? Ist es z.B. schraubenförmig oder ikosaedrisch (zwanzigflächig)?
  • Hülle: Ist das Kapsid von einer Hülle umgeben?
  • Größe: Wie groß ist das komplette Virus-Partikel (das sog. Virion)?
  • Virusvermehrung: Wo genau vermehrt sich das Virus in der Wirtszelle? Im Zellkern oder außerhalb des Zellkerns?
  • Serologie: Wirken Teile des Virus als Antigen? Das heißt, binden Elemente des Immunsystems (wie Antikörper oder bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren ) an Virusbestandteile?