Viren – eine Einführung: Aufbau der Viren

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (07. Dezember 2010)

Ein Virus ist in der Regel aus drei verschiedenen Teilen aufgebaut – manche Viren bestehen auch nur aus zwei Teilen:

  • Erbmaterial: Das Erbmaterial eines Virus besteht entweder aus DNA (Desoxyribonukleinsäure) oder RNA (Ribonukleinsäure). Entsprechend unterscheidet man DNA-Viren und RNA-Viren. Bei manchen Viren ist das Erbmaterial zu einem Ring zusammengeschlossen, bei anderen liegt es fadenförmig vor.
  • Kapsid: Das Kapsid umgibt das Erbmaterial des Virus und stellt dadurch einen Schutz dar. Es besteht aus vielen gleichartigen Untereinheiten, den Kapsomeren. Ein einzelnes Kapsomer besteht seinerseits aus weiteren Untereinheiten aus Eiweißen (Proteinen), den sog. Protomeren. Den Komplex aus Kapsomer und Erbmaterial nennt man auch Nukleokapsid. Viele Viren sind mit Erbmaterial und Kapsid bereits komplett zusammengebaut. Die besondere Anordnung der Kapsomeren führt zu einer für das jeweilige Virus typischen äußeren Form: Sie kann
    • würfelförmig (kubisch),
    • aus mehreren Dreiecksflächen bestehend (ikosaedrisch = zwanzigflächig),
    • schraubenförmig (helikal) oder
    • fadenförmig (filamentär) sein.
    Das Innere des Kapsids bezeichnet man auch als Kern oder Core.
  • Hülle: Bei manchen Viren ist das Kapsid zusätzlich von einer Hülle umgeben. Die Hülle setzt sich meist aus Lipiden zusammen, die mit Proteinen und Glykoproteinen durchsetzt sind. Die Glykoproteine der Hülle nennt man auch Spikes (engl. für Stachel, Zacken), weil sie aus der Hülle als Fortsätze hervorragen.