Trichinella spiralis

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

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Der Parasit Trichinella spiralis zählt zu den Rundwürmern (Nematoden). Er kann vor allem durch den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem, larvenbefallenem Fleisch in den Körper gelangen und zur sogenannten Trichinose führen.

Neben Trichinella spiralis können auch andere Trichinella-Arten zu einer Erkrankung beim Menschen führen, so etwa:

  • Trichinella nelsoni,
  • Trichinella nativa,
  • Trichinella murrelli,
  • Trichinella britovi und
  • Trichinella pseudospiralis

Die Larven von Trichinella, die sogenannten Trichinen, wandern vom Darm in die Muskulatur und kapseln sich dort ein. Am häufigsten entstehen Erkrankungen beim Menschen durch Trichinen in Schweinefleisch. Aber auch andere Tierarten können von Trichinella-Arten befallen sein.

Trichinella spiralis und andere Trichinella-Arten kommen weltweit vor. In Deutschland entsteht eine Trichinose jedoch nur sehr selten: In den Jahren 2001 bis 2011 wurden insgesamt nur 63 Fälle gemeldet – wobei die eigentliche Infektion mit Trichinen hierbei oft im Ausland erfolgt ist.

Steckbrief Trichinella spiralis

Ausgewachsene Exemplare von Trichinella spiralis werden etwa 1,6 bis 4 Millimeter lang. Die Larven (Trichinen) sind etwa 0,1 Millimeter groß, solange sie über Blut- und Lymphbahn in andere Körperbereichen wandern. Sind die Trichinen in die Muskulatur eingewandert, wachsen sie weiter und werden etwa einen Millimeter groß.

Trichinella spiralis: Man sieht eine mikroskopische Aufnahme von aus der Kapsel befreiten Trichinen. © iStock

Aus der Kapsel befreite Trichinen, mikroskopische Aufnahme.

Entwicklung

Durch den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem Fleisch, das eingekapselte Trichinen enthält, gelangt der Parasit in den Körper. Im Magen werden die in den Kapseln befindlichen Trichinen durch den Magensaft und darin enthaltene Verdauungsenzyme frei und können sich im Dünndarm in den Zellen der obersten Hautschicht (Epithel) ansiedeln. Dort entwickeln sie sich innerhalb weniger Tage zu geschlechtsreifen Männchen und Weibchen.

Nach der Befruchtung der Weibchen sterben die Männchen ab, während die Weibchen noch etwa vier bis sechs Wochen länger leben. Etwa sieben Tage nach der Befruchtung beginnen die Weibchen damit, Trichinen freizusetzen. Jedes Weibchen produziert zwischen 500 bis 1.500 Trichinen, welche sich nun über Blut- und Lymphbahn in andere Körperbereiche wie Herz und Lunge verbreiten. Auf diese Weise gelangen sie auch zu Muskelzellen und dringen in die quergestreifte Muskulatur ein – nur dort können sie sich weiterentwickeln. Der Körper beginnt, die Trichinen in den Muskelzellen einzukapseln. Die betroffenen Muskelfasern nehmen dabei Schaden.

Nach einigen Monaten beginnt die Kapsel – und später auch die spiralig aufgerollte Larve darin – zu verkalken. Trotz der Verkalkung findet zwischen Kapsel und umliegendem Gewebe ein Stoffaustausch statt. So können die Trichinen bis zu 30 Jahre im Körper ihres Wirts überleben und infektiös bleiben. Die ausgewachsenen Exemplare von Trichinella spiralis sterben dagegen im Dünndarm nach wenigen Wochen ab, sofern das Immunsystem des Betroffenen nicht geschwächt ist.

Mikroskopische Aufnahme von Muskelzellen mit eingekapselten Trichinen. © CDC

Muskelzellen mit eingekapselten Trichinen, mikroskopische Aufnahme.