Trichinella spiralis: Trichinose (Trichinellose)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Eine Infektion mit Trichinen, also den Larven des Rundwurms Trichinella spiralis, kann zu einer Erkrankung führen: der sogenannten Trichinose (auch: Trichinellose). Wie schwer eine Trichinose ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa:

  • der Zahl der aufgenommenen Trichinen,
  • um welche Trichinella-Art es sich handelt und
  • wie fit das Immunsystem des Betroffenen ist.

In leichten Fällen treten bei einer Infektion mit Trichinen gar keine Symptome auf. Mit Beschwerden ist ab einer Aufnahme von etwa 100 bis 300 Trichinen zu rechnen.

Beim Verlauf der Trichinose unterscheidet man zwei Phasen:

  1. die enterale Phase (im Darm) und
  2. die extraintestinale Phase bzw. Migrationsphase (Wanderphase außerhalb des Darms).

In der ersten Phase treten etwa ein bis vier Wochen nach der Infektion eher allgemeine Beschwerden auf, die etwa sieben Tage anhalten, wie:

Je rascher nach der Infektion Beschwerden auftreten, desto schwerwiegender ist meist der Krankheitsverlauf. Die erste Phase kann jedoch auch beschwerdefrei sein.

In der zweiten Phase beginnen die Trichinen, sich vom Darm aus im Körper zu verbreiten und in die Muskelzellen einzuwandern. Das kann eine Vielzahl an Beschwerden auslösen, wie zum Beispiel:

Diese Beschwerden lassen etwa fünf bis sieben Wochen nach der Infektion nach. Zu diesem Zeitpunkt ist der Einwanderungsprozess der Trichinen in die Muskulatur in der Regel beendet.

Komplikationen

In schweren Fällen sind teils lebensbedrohliche Komplikationen möglich, wie

Diagnose

Ein Befall mit Trichinen lässt sich etwa zwei bis drei Wochen nach der Infektion über Antikörpertests nachweisen. Sind die Trichinen bereits in die Muskelzellen eingewandert, findet man diese auch bei einer Muskelbiopsie unter dem Mikroskop. In Stuhlproben sind Trichinen nur schwer nachzuweisen.

Infektionen mit Trichinella spiralis sind in Deutschland meldepflichtig.

Therapie

Eine Trichinose lässt sich mit Wurmmitteln behandeln, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol.

Unbehandelt heilt eine Trichinose nach einigen Wochen meist von selbst ab. Allerdings bleiben ohne Therapie häufige Folgeschäden zurück, wie etwa rheumatoide Beschwerden oder Schäden des Herzmuskels. Bei einem sehr seltenen, schweren Befall mit mehr als 2.000 Trichinen kann eine Trichinose unter Umständen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Vorbeugen

Eine Infektion mit Trichinella spiralis entsteht in den meisten Fällen durch den Verzehr von mit Trichinen befallenem Schweinefleisch. Wer einer Infektion vorbeugen will, sollte Schweinefleisch deshalb am besten nicht roh verzehren. Bei Temperaturen ab 70 Grad Celsius im Kern des Fleischs sterben die Trichinen nach etwa einer Minute ab. Kochen oder braten Sie Schweinefleisch daher gut durch. Ein Tiefgefrieren (unter -15 Grad Celsius) des Fleischs bietet nur unzureichenden Schutz, da manche Trichinen recht kälteresistent sind.