Staphylococcus aureus: TSS (toxisches Schocksyndrom, Toxic-Shock-Syndrom)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. Mai 2014)

Das toxische Schocksyndrom (TSS, Toxic-Shock-Syndrom) wird durch das Staphylococcus-aureus-Toxin TSST-1 ausgelöst und kann lebensbedrohlich verlaufen. Insgesamt tritt es jedoch selten auf.

Bei den Betroffenen kommt es typischerweise innerhalb kurzer Zeit zu Beschwerden wie:

Das toxische Schocksyndrom kann bei Frauen auftreten, die während ihrer Menstruationsblutung Tampons verwenden. Bei etwa 30 Prozent aller Frauen ist Staphylococcus aureus in geringer Zahl als normaler Teil der Scheidenflora vorhanden. Verbleibt ein blutgefüllter Tampon zu lange in der Vagina, findet Staphylococcus aureus Umweltbedingungen vor, bei denen er sich rasch vermehren kann.

Das muss nicht zwangsläufig problematisch sein, denn nur die wenigsten Stämme von Staphylococcus aureus (etwa 1%) produzieren das Toxin TSST-1. Falls jedoch TSST-1 von den Bakterien abgegeben wird, kann das Toxin ins Blut gelangen und das toxische Schocksyndrom auslösen.

Stellen Frauen an sich Symptome fest, die auf ein toxisches Schocksyndrom hindeuten, sollten sie den Tampon entfernen und rasch einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Insgesamt tritt das toxische Schocksyndrom im Zusammenhang mit Tampons jedoch sehr selten auf.

Das toxische Schocksyndrom kann prinzipiell auch durch Staphylococcus-aureus-Infektionen in anderen Körperbereichen sowohl bei Frauen als auch bei Männern entstehen. Häufiger als das toxische Schocksyndrom im Zusammenhang mit Tampons tritt die Erkrankung beispielsweise als Folge von chirurgischen Eingriffen auf.