Schistosoma mansoni: Erreger der afrikanischen Darmbilharziose

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. September 2015)

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Bei dem Krankheitserreger Schistosoma mansoni handelt es sich um einen Saugwurm, der vor allem in Afrika und gewissen Gebieten Südamerikas verbreitet ist. Schistosoma mansoni gilt als Erreger der afrikanischen Darmbilharziose. Weltweit sind mehr als 80 Millionen Menschen mit Schistosoma mansoni infiziert – doch nur ein Teil der Infizierten ist ernsthaft erkrankt.

Die Larven von Schistosoma mansoni gelangen über infiziertes Gewässer durch die Haut in den menschlichen Körper, wo sie sich in den großen Venen (sog. Mesenterialvenen) des Dünndarms einnisten – genauer gesagt in der Vena mesenterica inferior. Dort wachsen die Larven zu adulten Würmern heran und ernähren sich von Blut.

Sobald das Schistosoma-mansoni-Weibchen geschlechtsreif ist, nimmt es die Eierproduktion auf. Ein einziger Saugwurm kann bis zu 300 Eier pro Tag in die engen Kapillaren des Dünndarms legen. Die Eier des Schistosoma mansoni reifen innerhalb von ca. 6 bis 10 Tagen heran.

Die Mehrzahl der Eier erreicht vom Dünndarm das umliegende Gewebe, wo sie vor allem in die Harnblase und den Mastdarm gelangen. Diejenigen Wurmeier, die den Weg in den Darm oder die Blase nicht finden, lagern sich in der Leber und anderen Organen ab und werden dort von Wirtszellen abgekapselt (Granulombildung).

Wissenswertes

Biologisch gesehen handelt es sich bei Schistosoma mansoni um einen Pärchenegel. Das etwas schmalere, aber längere Weibchen befindet sich in einer Bauchfalte des Männchens – gemeinsam erreichen sie eine Länge von etwa 15 Millimetern und eine Dicke von rund einem Millimeter.

Über den Stuhl oder den Urin gelangen die Schistosoma-mansoni-Eier schließlich in die Außenwelt – unter anderem in Flüsse und Seen. Dort angekommen schlüpfen aus den Eiern infektiöse Larven (Mirazidien). Im Wasser sind die Larven allerdings nur 48 Stunden überlebensfähig – daher suchen sie sich einen passenden Zwischenwirt. Der Zwischenwirt von Schistosoma mansoni ist die Wasserschnecke Biomphalaria.

Aus dem Wasser nimmt die Schnecke die infektiöse Larve auf. Dieses entwickelt sich zur Sporozyste aus der sich weitere Sporozysten bilden. Die Sporozysten befallen ein bestimmtes Organ des Verdauungstracks der Schnecke – das sogenannte Hepatopankreas. Dort entwickelt sich aus der Sporozyste eine bestimmte Larvenform, die man Zerkarie nennt.

Die Zerkarien werden von der Wasserschnecke für viele Wochen zu Tausenden in das Wasser abgegeben. Die 400 bis 600 Mikrometer langen Zerkarien des Schistosoma mansoni bestehen aus einem länglichen Körper mit einer Art Kopf und einem langen gegabelten Schwanz. Am Kopf befinden Saugnäpfe, die dazu dienen, an der Haut des Menschen anhaften zu können.

Die Zerkarien, die sich mithilfe eines Ruderschwanzes im Wasser bewegen, dringen durch die Haut in den menschlichen Körper ein. Dabei werfen sie ihren Ruderschwanz ab. So beginnt der Entwicklungskreislauf von Schistosoma mansoni von Neuem.