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Schistosoma haematobium

Veröffentlicht von: Till von Bracht (25. November 2014)

© Jupiterimages/Hemera

Der Krankheitserreger Schistosoma haematobium ist ein Saugwurm, der die Infektionskrankheit Schistosomiasis (Bilharziose) verursacht. Genauer gesagt kann Schistosoma haematobium eine Form der Bilharziose hervorrufen, bei der vorwiegend die ableitenden Harnwege und die Harnblase betroffen sind – Mediziner sprechen von einer sogenannten Blasenbilharziose.

Schistosoma haematobium findet sich vor allem in Afrika und im Nahen Osten, zum Teil aber auch auf der arabischen Halbinsel und in einigen Gebieten Indiens. In den letzten Jahren haben sich allerdings auch mehrere Südkorsika-Reisende mit Schistosoma haematobium infiziert.

Die erwachsenen Würmer leben hauptsächlich in den Venen, die die Harnblase umschließen, wo sie Jahre bis Jahrzehnte lang leben können. Dort ernähren sie sich von Blut. In einigen Fällen kann Schistosoma haematobium auch in den Venen des Dünndarms vorkommen.

Sobald die Weibchen geschlechtsreif sind, nehmen sie die Eierproduktion auf. Ein einziges Schistosoma-haematobium-Weibchen kann am Tag bis zu 200 Eier legen. In den kleinen Blutgefäßen bleiben die Eier stecken und verursachen dort eine lokale Entzündung, die es den Eiern erlaubt, von der Vene in die Harnblase hineinzuwandern.

Über den Stuhl oder den Urin erreichen die Eier schließlich die Außenwelt – unter anderem Flüsse und Seen. Nachdem die Schistosoma-haematobium-Eier ausgeschieden wurden und in ein Gewässer gelangt sind, schlüpfen aus den Eiern infektiöse Larven (Mirazidien).

Die Larven von Schistosoma haematobium sind im Wasser nur einige Stunden lebensfähig. Allerdings können sie die Süßwasserschnecke Bulinus befallen, wo sie sich zunächst zur Sporozyste und anschließend zu einer bestimmten Larvenform (sog. Zerkarie) weiterentwickeln.

  Schistosoma haematobium gehört zu den Pärchenegeln – Männchen und Weibchen leben gemeinsam als Paar. © Getty Images

Schistosoma haematobium gehört zu den Pärchenegeln – Männchen und Weibchen leben gemeinsam als Paar.

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Die Zerkarien werden von der Wasserschnecke für viele Wochen zu Tausenden in das Wasser abgegeben. Sie besitzen kleine Ruderschwänzchen, mit denen sie sich im Wasser bewegen können. Treffen die Zerkarien auf einen Menschen, können sie – häufig unbemerkt – durch die Haut oder Schleimhaut in den Körper eindringen. Dabei werfen sie ihren Ruderschwanz ab.

Nach Eindringen in den Körper wandeln sich die Zerkarien in die sogenannten Schistosomula um, die mit dem Blutstrom über die Lunge und die Leber in die Venen der Harnblasenwand wandern. Dort produzieren die Schistosoma-haematobium-Weibchen die Eier, die mit dem Harn wieder zurück ins Wasser gelangen – und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Wissenswertes

Biologisch gesehen handelt es sich bei Schistosoma haematobium um einen Pärchenegel – das bedeutet, dass das Männchen und das Weibchen gemeinsam als Paar leben. Dabei befindet sich das etwas schmalere Weibchen der Pärchenegel-Art Schistosoma haematobium in einer Bauchfalte des Männchens. Gemeinsam sind sie etwa 0,4 bis 1 Milliliter dick und erreichen eine Länge von bis zu 20 Millimetern.

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