RNA-Viren: Rhabdoviren & Retroviren

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. August 2011)

Rhabdoviren (Rhabdoviridae)

Rhabdoviren (Rhabdoviridae) sind von einer Hülle umgeben und besitzen einzelsträngige RNA, die von einem helikalen Kapsid geschützt wird. Vor allem die beiden Gattungen Lyssavirus und Vesikulovirus können beim Menschen zu Erkrankungen führen.

Lyssavirus

Virus Erkrankung
Rabiesvirus (Tollwut-Virus) Kann beim Menschen zur lebensbedrohlichen Tollwut führen; Erreger wird durch Biss von Hunden, Katzen, Wölfen oder Füchsen übertragen.

Vesikulovirus

Virus Erkrankung
Vesikuläre Stomatitis (VS)-Virus Kommt hauptsächlich bei Huftieren vor und ähnelt dort einer mild verlaufenden Maul- und Klauenseuche; beim Menschen führt das Virus zu grippeähnlichen Beschwerden mit Fieber und Halsschmerzen.

Retroviren (Retroviridae)

Retroviren (Retroviridae) sind umhüllte, kugelförmige Viren mit einer einzelsträngigen RNA. Die Viren transportieren im Viruspartikel außerdem das Enzym Reverse Transkriptase. Im Rahmen des Vervielfältigungsprozesses wird die RNA mithilfe der Reversen Transkriptase in eine DNA-Zwischenstufe überführt, die in die DNA der Wirtszelle eingebaut wird.

Bei den Retroviren führen allem die beiden Gattungen Deltaretrovirus und Lentivirus zu Erkrankungen. Bei Lentiviren kann die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung mitunter Jahre dauern. Die Erkrankung selbst hat meist auch einen langsamen, chronischen Verlauf. Bekanntester Vertreter der Lentiviren ist das humane Immundefizienz-Virus (HIV), das zu AIDS führen kann.