RNA-Viren: Reoviren, Coronaviren & Togaviren

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. August 2011)

Reoviren (Reoviridae)

Reoviren (Reoviridae) sind hüllenlos und besitzen doppelsträngige RNA. Sie kommen weltweit vor und werden durch Schmier- und Tröpfcheninfektionen übertragen. Der Wortteil Reo- leitet sich vom englischen Begriff "respiratory enteric orphan" her und weist darauf hin, dass Reoviren unterschiedliche Krankheitsbilder im Bereich der Atemwege ("respiratory") und des Darmtrakts ("enteric") hervorrufen können. In manchen Fällen läuft eine Infektion mit Reoviren jedoch auch ohne weitere Beschwerden ab.

Für den Menschen sind vor allem die Gattungen Rotavirus und Coltivirus von Bedeutung. Rotaviren rufen vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern Darmerkrankungen hervor. Vertreter der Gattung der Coltiviren sind dagegen für das Colorado-Zeckenfieber verantwortlich, dass sich unter anderem in einer schweren Fiebererkrankung äußert.

Coronaviren (Coronaviridae)

Bei den Coronaviren (Coronaviridae) handelt sich um Viren mit einer Hülle und einer einzelsträngigen RNA. Sie tragen an ihrer Oberfläche kranz- oder blütenartige Strukturen, woraus sich ihr Name ableitet (lat. corona = Kranz).

Coronaviren werden vor allem durch Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Menschen verursachen Coronaviren hauptsächlich Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (z.B. Magen-Darm-Grippe) sowie Erkrankungen der oberen Atemwege (z.B. Schnupfen). Zu den Coronaviren gehört auch das Virus SARS-Coronavirus (SARS-CoV), das beim Menschen zu SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom) führen kann.

Togaviren (Togaviridae)

Togaviren (Togaviridae) haben ein zwanzigflächiges Kapsid (Ikosaeder) und besitzen eine Hülle. Das Kapsid enthält eine einzelsträngige RNA. Togaviren kommen weltweit in wasserreichen und eher tropischen Gebieten vor. Hauptüberträger der Viren sind Mücken und Zecken.

Togaviren führen meist zu fiebrigen Erkrankungen mit Hautausschlägen, Entzündungen mehrerer Gelenke, Hirnhautentzündungen und hämorrhagischen Fieber. Für den Menschen sind vor allem die beiden Gattungen Alphavirus und Rubivirus von Bedeutung.

Alphavirus

Die Gattung Alphavirus beinhaltet mehr als 20 verschiedene Arten und wird vor allem durch Mücken übertragen. Die durch Alphaviren verursachten Erkrankungen treten oft regional und sporadisch auf. Eine Infektion führt meist zu fieberhaften Beschwerden oder einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Erkrankungen durch Alphaviren kommen hauptsächlich in tropischen und subtropischen Ländern vor, wie in Nord- und Südamerika, Afrika, Teilen Asiens und Australiens.

Rubivirus

Der einzige Vertreter der Gattung Rubivirus ist das Rubella- oder Röteln-Virus, welches besonders bei Kindern und Jugendlichen zu Röteln führen kann. Eine Infektion mit dem Rubellavirus in der Schwangerschaft kann zu schweren Missbildungen beim Embryo (Embryopathie) führen.