Pilze (Fungi): Pilze als Krankheitserreger

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Februar 2013)

Zum Reich der Pilze (Fungi) gehören etwa 150.000 Arten, von denen einige natürliche Bestandteil der normalen Flora des Menschen sind. Diese sogenannten Kommensalen leben zwar als Parasiten auf oder in ihrem Wirt, schädigen ihn aber nicht.

Wird das Gleichgewicht zwischen Wirt und Kommensale gestört, kann es zu einer Erkrankung kommen. Meist wird dieses Ungleichgewicht durch eine andere Erkrankung verursacht, die das Immunsystem schwächt. Eine solche Infektion wird als endogen (von innen verursacht) bezeichnet.

Pilze, die nicht Bestandteil der Normalflora sind und von außen eindringen, verursachen eine exogene Infektion. Erkrankungen durch Pilze nennt man Mykosen.

Für humanmedizinische Zwecke ist eine biologische Klassifizierung der Pilze von untergeordneter Bedeutung. Eine wichtigere Rolle spielt stattdessen die Art der Erkrankung:

  • Primäre Mykosen, Systemmykosen: Bei diesen Pilzerkrankungen werden die Pilze über die Atemluft aufgenommen und vermehren sich in der Lunge, wo sie Lungenmykosen hervorrufen. Von der Lunge aus können sich die Pilze übers Blut oder das Lymphsystem in andere Organe einschließlich der Haut gelangen und dort Infektionsherde auslösen.
  • Kutane Mykosen: Die Pilze dieser Erkrankungen können jene Gewebe infizieren, in denen viel Keratin vorkommt, also Haut, Haare oder Nägel. Sie heißen deshalb auch Dermatophyten, was so viel bedeutet wie "auf der Haut wachsend".
  • Subkutane Mykosen: Die Pilze dieser Mykosen leben eigentlich im Boden oder auf absterbenden Pflanzen. Sie können aber durch kleine Verletzungen der Haut in den Körper bzw. ins unter der Haut liegende (subkutane) Bindegewebe eindringen. Dort siedeln sie und können sich weiter im Körper ausbreiten.
  • Opportunistische Mykosen: Diese Pilzerkrankungen betreffen vor allem die Haut und die Schleimhäute. Eine Erkrankung entsteht dann, wenn bereits geschwächte Abwehrkräfte vorliegen. Opportunistische Mykosen gehören zu den endogenen Infektionen. Eine Erkrankung, die zu den opportunistischen Mykosen zählt, ist zum Beispiel die Candida-Infektion (Soor) oder die Aspergillose.

Beispiele für krankheitserregende Pilze sind Candida albicans, Aspergillus-Arten, Cryptococcus neoformans, Coccidioides immitis und Histoplasma capsulatum.