Peitschenwurm (Trichuris trichiura)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2016)

© iStock

Der Peitschenwurm (Trichuris trichiura) zählt zu den Fadenwürmern (Nematoden) und kommt weltweit vor, vor allem jedoch in warmen Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen. Schätzungen zufolge sind etwa 800 Millionen Menschen von einer Peitschenwurm-Infektion betroffen.

Die Eier dieses Dickdarm-Parasiten werden von infizierten Menschen und Tieren mit dem Stuhl ausgeschieden. Über mit Fäkalien verunreinigtes Wasser oder verunreinigte Nahrungsmittel (z.B. rohes Gemüse, Salat), können sie dann von anderen Menschen oder Tieren aufgenommen werden.

Führt eine Infektion mit dem Peitschenwurm zu Symptomen, spricht man von einer sogenannten Trichuriose. Hierbei kann es zu blutigen Darmentzündungen mit Bauchkrämpfen und Durchfall kommt. Im Allgemeinen führt jedoch nur ein schwerer Wurmbefall zu Beschwerden.

Steckbrief Peitschenwurm

Der Peitschenwurm wird drei bis fünf Zentimeter lang und zeichnet sich durch eine haarähnliche vordere Hälfte und ein dickeres Ende aus. Dadurch erhalten sie ihre namensgebende peitschenähnliche Gestalt. Die Eier des Peitschenwurms sind 50 x 20 Mikrometer groß und haben eine längliche, zitronenähnliche Form. Sie sind von einer dicken, gelblich-braunen Wand umgeben.

Entwicklung

Nach der Aufnahme der Peitschenwurm-Eier mit der Nahrung durchwandern diese den Magen. Im Dünndarm schlüpfen die Larven aus den Eiern und gelangen schließlich in den Dickdarm. Dort verankern sie sich mithilfe des dünnen, peitschenähnlichen Vorderteils in der Schleimhaut. Das dickere Hinterteil ragt frei beweglich ins Innere des Darmkanals hinein. Die Larven wachsen innerhalb von etwa vier bis zwölf Wochen zu geschlechtsreifen Peitschenwürmern heran.

Man sieht ein Peitschenwurm-Ei unter dem Mikroskop. © CDC

Die Eier des Peitschenwurms haben eine zitronenähnliche Form. Unter günstigen Bedingungen können sie monatelang in der Umwelt überleben und infektiös bleiben.

Über das in der Darmwand verankerte Vorderteil nehmen die Peitschenwürmer Blut zur Nahrungsaufnahme auf. Die Weibchen geben in großen Mengen Eier in den Dickdarm ab – pro Tag etwa 5.000 bis 20.000 Stück –, in welchen sich innerhalb weniger Wochen neue Larven entwickeln. Die Eier werden mit dem Stuhl ausgeschieden und können über verunreinigte Nahrung oder Wasser weitere Menschen infizieren.

Im Dickdarm überdauern ausgewachsene Peitschenwürmer etwa ein Jahr. In der Umwelt überleben die Peitschenwurm-Eier in feuchter, kühler Umgebung mehrere Monate.

Man sieht einen ausgewachsenen Peitschenwurm unter dem Mikroskop. © iStock

Mit dem dünnen Vorderteil verankert sich der Peitschenwurm in der Dickdarm-Schleimhaut.

Trichuriose (Trichuriasis )

Symptome

Eine Infektion mit dem Peitschenwurm (Trichuris trichiura) kann beim Menschen zur sogenannten Trichuriose (auch: Trichuriasis) führen. Die ausgewachsenen Würmer nehmen über die Verankerung in der Dickdarmwand Blut auf. Bei einem schweren Befall von mehreren 100 bis 1.000 Peitschenwürmern kann es durch die vom Wurm abgegebenen Enzyme zu Dickdarmentzündungen mit blutigem Durchfall und Bauchkrämpfen kommen. Weitere mögliche Symptome sind:

Ein leichter Peitschenwurm-Befall bleibt dagegen oft ohne spürbare Beschwerden.

Diagnose

Liegt ein Peitschenwurm-Befall vor, lassen sich die Eier des Parasiten in einer Stuhlprobe nachweisen.

Therapie

Ein symptomfreier Peitschenwurm-Befall erfordert in der Regel auch keine Behandlung. Ein schwerer Befall lässt sich mit Wurmmitteln wie Mebendazol, Albendazol oder Thiabendazol behandeln.

Vorbeugen

Wer einer Erkrankung durch den Peitschenwurm vorbeugen will, sollte in Risikogebieten darauf achten, Nahrungsmittel wie Salate, Obst und Gemüse gründlich abzuwaschen und Gemüse gut durchzukochen. Auf frische Salate und Obst sollte man im Zweifelsfall besser verzichten. Standardhygienemaßnahmen, wie etwa Händewaschen nach dem Toilettengang, sollte man strikt einhalten und sich am besten auch nach direktem Bodenkontakt die Hände waschen.