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Mycobacterium tuberculosis

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (17. Januar 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Mycobacterium tuberculosis ist der Erreger der Tuberkulose. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Ansteckungsquelle sind dabei Erkrankte, die eine offene Lungen- oder Kehlkopf-Tuberkulose haben und husten oder niesen. Bereits wenige Bakterien reichen aus, um eine Erkrankung hervorzurufen.

Jedes Jahr erkranken weltweit etwa 9 Millionen Menschen an Tuberkulose. Besondere Bedeutung haben Erkrankungen durch Mycobacterium tuberculosis in den Entwicklungsländern – insbesondere in Afrika, Südostasien und der westlichen Pazifikregion. In diesen Ländern treten etwa 85 Prozent aller neuen Tuberkulosefälle auf.

Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten sterben weltweit jedes Jahr rund 1,4 Millionen Menschen an den Folgen der Tuberkulose – weil die meisten Betroffenen in Ländern leben, in denen es keine ausreichende medizinische Versorgung gibt.

Nur etwa 5 Prozent der weltweiten Tuberkulosefälle treten in europäischen Ländern auf, wobei es in Osteuropa häufiger zu Erkrankungen durch Mycobacterium tuberculosis kommt. In Westeuropa ging die Zahl der Neuerkrankungen dagegen seit den 1950er Jahren durch die Verbesserung der Lebensumstände und sozialen Faktoren immer mehr zurück. In Deutschland wurden im Jahr 2010 knapp 4.300 Neuerkrankungen verzeichnet.

Man sieht den Erreger Mycobacterium tuberculosis unter dem Transmissions-Elektronenmikroskop. © RKI

Mycobacterium tuberculosis unter dem Transmissions-Elektronenmikroskop (Quelle: RKI)

Die unbeweglichen, stäbchenförmigen Tuberkulose-Bakterien bilden keine Sporen und vermehren sich sehr langsam (Generationszeit 12 bis 18 Stunden). Bei einer Umgebungstemperatur von 37 Grad Celsius dauert es unter Laborbedingungen daher mindestens 3 bis 8 Wochen bis Mycobacterium-tuberculosis-Kolonien auf Nährböden mit bloßem Auge zu erkennen sind.

Mycobacterium tuberculosis ist sehr säurebeständig und überlebt die Passage durch den säurehaltigen Magen problemlos. Das lässt sich durch den speziellen Aufbau der Zellwand erklären: Sie besteht zu einem ungewöhnlich großen Anteil aus Lipiden und besitzt dadurch eine Art Wachshülle. Die Bakterien sind dank dieser Hülle für die Fresszellen des Immunsystems nur schwer angreifbar. So können sie im Inneren der Fresszellen überleben und sich sogar vermehren. Die Zellwand von Mycobacterium tuberculosis enthält außerdem den sogenannten Cord-Faktor, der als Virulenzfaktor wirkt. Ohne diesen Faktor können die Bakterien keine Erkrankung hervorrufen.


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