Histoplasma capsulatum

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. September 2014)

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Der Pilz Histoplasma capsulatum kommt vor allem in den warmen und feuchten Regionen des mittleren Westens der USA, in Mittel- und Südamerika, in Indonesien sowie in Afrika vor. Dort ist der Histoplasma capsulatumin meist in Erdboden zu finden, der Vogel- und Fledermauskot enthält – also zum Beispiel im Bereich alter Hühnerställe und Fledermaushöhlen.

Feld- oder Bauarbeiten in diesen Gebieten können dazu führen, dass der Histoplasma capsulatumin in die Luft gewirbelt wird. Die Folge: Beim Einatmen von Staub gelangt der Erreger in die Lungen und kann vor allem bei einem geschwächten Immunsystem zur Histoplasmose führen.

Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem treten in 90 Prozent der Fälle keine Symptome auf. Bei immungeschwächten Personen kann eine Infektion mit dem Histoplasma capsulatum zu verschiedenen Beschwerden führen, zum Beispiel zu:

  • einem allgemeinen Krankheitsgefühl,
  • Fieber und
  • trockenem Husten.

Der Pilz Histoplasma capsulatum wird in der Regel durch Staub übertragen und setzt sich in der Lunge fest. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheidet nahezu aus.

Histoplasma capsulatum ist ein sogenannter dimorpher Pilz, das heißt je nach Temperatur kommt er in zwei Erscheinungsformen (griech. dimorph für zweigestaltig) vor. Bei 30 Grad Celsius wächst Histoplasma capsulatum als Pilzmyzel, eine Art Pilzgeflecht, und bildet auf speziellen Nährböden nach zwei bis drei Wochen wattig-weiße Kolonien, die in der Mitte bräunlich sind. Bei 37 Grad Celsius wächst der Pilz dagegen in Form von Hefezellen (Sprosszellen).

Krankheiten

Die Sporen des Pilzes Histoplasma capsulatum können mit der Atemluft in die Atemwege gelangen und zur so genannten Histoplasmose führen. In den Atemwegen nehmen spezielle Fresszellen des Immunsystems, die Alveolarmakrophagen, die Sporen auf, mit dem Ziel, diese zu vernichten.

Die Sporen von Histoplasma capsulatum können sich jedoch in den Alveolarmakrophagen innerhalb von Tagen zu Hefeformen umwandeln und sich so durch Sprossung innerhalb der Alveolarmakrophagen (intrazellulär) vermehren. Es bilden sich kleine granulomatöse Stellen, von denen aus sich Histoplasma capsulatum über das Blut im Körper ausbreiten und Milz, Leber oder andere Organe befallen kann.

Auf diese Weise kann es auch zu Erkrankungen der Lymphknoten (Lymphadenopathien) kommen. Bei Menschen mit intaktem Immunsystem heilt die Krankheit im Allgemeinen in sieben bis 18 Tagen aus.

Zu Krankheitsbeschwerden durch eine Histoplasma-capsulatum-Infektion kommt es vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch eine andere bereits vorliegende Erkrankung. Ausschlaggebend ist auch, wie viele Sporen eingeatmet wurden. Mehr als 90 Prozent der Histoplasma capsulatum-Infektionen verlaufen ohne jegliche Symptome.