Giardia lamblia (Giardia intestinalis, Lamblia intestinalis)

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (24. August 2011)

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Giardia lamblia ist ein Parasit, der weltweit vorkommt. Beim Menschen kann der Krankheitserreger zur sogenannten Giardiasis oder Lamblienruhr führen. Die Giardiasis ist eine Infektionskrankheit des Dünndarms, die sich vor allem durch wässrigen Durchfall bemerkbar macht, aber auch symptomlos verlaufen kann. Giardia lamblia kommt weltweit vor.

Der Krankheitserreger Giardia lamblia wird auch Lamblia intestinalis oder Giardia intestinalis genannt. Giardia lamblia zählt zu den Protozoen. Protozoen sind einzellige Lebewesen, die als Parasiten leben. Giardia lamblia besitzt Geißeln, die der Fortbewegung dienen.

Giardia lamblia kann in Form von bewegungs- und vermehrungsfähigen Trophozoiten oder als Zysten, widerstandsfähigen Dauerformen, vorkommen. Die birnenförmigen Trophozoiten sind zwischen 0,01 und 0,02 Millimeter lang und besitzen acht Geißeln, mit denen sie sich fortbewegen können. Die ovalen Zysten sind 0,01 bis 0,014 Millimeter lang.

Zu einer Infektion mit Giardia lamblia kommt es, wenn man die Zysten über fäkalienverseuchtes Wasser oder fäkal verunreinigte Nahrung aufnimmt. Auch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch soll möglich sein. Die Aufnahme von 10 bis 25 Zysten kann bereits eine sogenannte Giardiasis (Lamblienruhr) auslösen.

Um einer Infektion mit Giardia lamblia vorzubeugen ist es wichtig, allgemeine Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung von Lebensmitteln oder bei der Aufbereitung von Trinkwasser einzuhalten. Da Giardia lamblia sowohl bei Menschen als auch bei Tieren weit verbreitet ist, sollten Sie auf unbehandeltes Trinkwasser in tropischen Ländern oder auch in der Wildnis verzichten.

Zysten von Giardia lamblia, die mit dem Stuhl einer infizierten Person ausgeschieden werden, sind in der Lage, in feuchter Umgebung wochen- bis monatelang zu überleben.

In Deutschland wurden im Jahr 2010 knapp unter 4.000 Giardiasis-Fälle gemeldet. In Entwicklungsländern kommt Giardia lamblia deutlich häufiger vor, was insbesondere auf die schlechteren hygienischen Bedingungen zurückzuführen ist.