Giardia lamblia (Giardia intestinalis, Lamblia intestinalis): Krankheit

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (24. August 2011)

Der Parasit Giardia lamblia (Giardia intestinalis, Lamblia intestinalis) kann beim Menschen zur sogenannten Giardiasis (Lamblienruhr) führen. Insbesondere Kinder sind häufig betroffen.

Gelangen Zysten (Dauerformen) von Giardia lamblia über die Nahrung oder verunreinigtes Trinkwasser in den Magen, wandeln sie sich durch die Magensäure und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse in eine aktive Form des Erregers um, die Trophozoiten. Die Trophozoiten heften sich an spezielle Zellen des Dünndarms (Enterozyten) und lösen dadurch etwa eine Woche nach der Infektion plötzliche wässrige Durchfälle aus, mit denen die Erreger als Zysten wieder ausgeschieden werden. Gleichzeitig leidet der Betroffene an Schmerzen im Oberbauch, Magenkrämpfen und Blähungen. In seltenen Fällen treten auch Erbrechen, schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen) oder Fieber auf.

Bei manchen Menschen verläuft eine Infektion mit Giardia lamblia allerdings ohne jegliche Beschwerden, wodurch diese unbemerkt zu Ausscheidern des Erregers und damit zu Überträgern werden können.

Bei einem Befall mit Giardia lamblia lassen sich in einer Stuhlprobe Zysten mikroskopisch nachweisen. Im Sekret des Zwölffingerdarms sind dagegen unter dem Mikroskop die zappelnden Trophozoiten erkennbar.

Eine Giardiasis heilt häufig nach einigen Tagen von selbst aus. In manchen Fällen wird sie aber auch chronisch. Die Erkrankung führt dann im Dünndarm zu Störungen in der Nährstoffaufnahme (Malabsorption) sowie zu Gewichtsverlust. Bei einer chronischen Lamblienruhr treten es in Abständen von Tagen oder Wochen immer wieder Beschwerden auf. Eine Infektion mir Giardia lamblia kann medikamentös mit Antibiotika wie Metronidazol, Ornidazol oder Tinidazol behandelt werden. Chloroquin – eigentlich ein Malariamittel – ist in höheren Dosen ebenfalls gegen die Lamblienruhr wirksam. Je früher man die Erkrankung behandelt, desto eher lässt sich verhindern, dass der Krankheitserreger Giardia lambia im Körper ausbreitet.

Durch die schlechteren Hygienebedingungen in Entwicklungsländern kommen Infektionen mit Giardia lamblia dort deutlich häufiger vor.