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Escherichia coli (E. coli, Kolibakterien)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. April 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Bakterienart Escherichia coli (E. coli, Kolibakterien) ist normaler Bestandteil des menschlichen Darmtrakts, kann aber auch Krankheitserreger sein. Im Verhältnis zu den anderen Bakterien der Darmflora macht Escherichia coli mit unter einem Prozent einen eher geringen Anteil aus.

In der Trinkwasser- und Lebensmittelkontrolle dient die Anzahl von E.-coli-Bakterien als Hinweis auf fäkale Verunreinigungen. Man spricht bei Escherichia coli deshalb auch von einem Indikatorkeim.

Gelangen E.-coli-Bakterien aus dem eigenen Darm in andere Körperbereiche, kann es zu Infektionen kommen: Eine falsche Toilettenhygiene etwa kann insbesondere bei Frauen eine Harnwegsinfektion auslösen.

Bestimmte E.-coli-Stämme produzieren zudem Giftstoffe (z.B. Shigatoxine, Enterotoxine) die beim Menschen zu Durchfallerkrankungen führen, wenn sie oral (z.B. durch fäkal kontaminierte Nahrung) aufgenommen werden. Zu diesen Stämmen gehören:

  • EPEC (enteropathogene Escherichia coli)
  • ETEC (enterotoxische Escherichia coli)
  • EIEC (enteroinvasive Escherichia coli)
  • EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli)
  • EAEC (enteroaggregative Escherichia coli)

E.-coli-Bakterien sind in der Forschung als Modellorganismus weit verbreitet. Benannt wurden die Bakterienart Escherichia coli nach dem Mediziner Theodor Escherich (1857-1911), der die Mikroorganismen das erste Mal beschrieb.

Escherichia-coli-Bakterien haben ein gerades, stäbchenförmiges Aussehen. Sie besitzen längere, haarähnlichen Fortsätzen (sog. Flagellen oder Geißeln), mit deren Hilfe sie sich fortbewegen können. Außerdem ist die Oberfläche der E.-coli-Bakterien rundum mit einer Art Fasern besetzt (den sog. Fimbrien oder Pili), mit deren Hilfe sie sich leichter an Schleimhautzellen des Darms und der Harnwege anheften können.


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