Entamoeba histolytica: Krankheit

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (25. August 2011)

Eine Infektion mit Entamoeba histolytica kann zur sogenannten Amöbenruhr oder Amöbiasis führen. Im Allgemeinen treten etwa zwei bis vier Wochen nach der Infektion die ersten Krankheitssymptome auf. Teilweise können Symptome auch Monate oder Jahre später noch auftreten.

Man kann mehrere Formen der Amöbenruhr unterscheiden:

  • intestinale invasive Amöbenruhr
  • asymptomatische intestinale Amöbenruhr
  • extraintestinale Amöbenruhr

Intestinale invasive Amöbenruhr

Bei dieser häufigen Form der intestinalen invasiven Amöbenruhr leidet der Betroffene an blutig-schleimigen Durchfällen mit himbeergeleeartiger Konsistenz. Durch die Durchfälle kann der Körper schnell austrocken und der Elektrolythaushalt kann durcheinander geraten. Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass besonders kleine Kindern und geschwächte Personen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Zum Teil verschwinden die Symptome der intestinalen invasiven Amöbenruhr spontan, häufig bildet sich jedoch eine wiederkehrende und länger andauernde Entzündung des Dickdarms (Kolitis) aus.

Eine intestinale, invasive Amöbenruhr verläuft bei etwa 25 Prozent der Krankheitsfälle ohne die typischen Beschwerden. Stattdessen treten Verstopfung mit schmerzhaftem Stuhldrang (Tenesmen), Übelkeit oder Appetitlosigkeit auf.

Asymptomatische intestinale Amöbenruhr

Bei der asymptomatischen intestinalen Amöbenruhr ist eine Person mit Entamoeba histolytica infiziert, die Erreger breiten sich aber nicht in die Darmwand aus, sondern bleiben innerhalb des Darms im sogenannten Darmlumen. In den meisten Fällen treten keine Krankheitsbeschwerden auf. Die Betroffenen scheiden Amöben mit dem Stuhl aus und können so unbemerkt zur Verbreitung der Parasiten beitragen.

Extraintestinale Amöbenruhr

Eine Infektion mit Entamoeba histolytica breitet sich bei etwa 30 Prozent der Infizierten vom Darm auf andere Körperbereiche aus. Dies nennt man extraintestinale Amöbenruhr. In Folge des Darmbefalls durch die Amöben kann es zu einer Darmperforation kommen, durch die sich eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) ausbildet, die häufig tödlich endet.

Verbreiten sich die Krankheitserreger über das Blut im Körper, ist ein Befall der Leber möglich. Dabei können eitrige Abszesse entstehen, die sogenannten Amöbenleberabszesse. Bei nur etwa zehn Prozent der Infizierten liegt zu diesem Zeitpunkt auch eine intestinale invasive Amöbenruhr vor, wodurch die Diagnose erschwert wird. Ein durch Amöben ausgelöster Leberabszess löst erst nach etwa 8 bis 20 Wochen körperliche Beschwerden aus. Dann kann es unter anderem zu teilweise hohem und wiederkehrendem Fieber kommen. Ebenso können Schmerzen im Oberbauch auftreten, verbunden mit einem allgemeinen Gefühl der Schwäche.